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Sprüche über Gefahr

532 Sprüche — Seite 26

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Gewohnheit ist eine schreckliche Tyrannin

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  2. Einsamkeit ist weiter nichts als eine Verdauung des Gefühls oder ein Schlaf des Lebens. Nun ist es gewiss schändlich, immer der Verdauung zu obliegen oder zu schlafen.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  3. Schütze dich vor Monotomie, sie ist die Mutter aller tödlichen Sünden

    Edith Wharton

  4. Seine Individualität wahren muss man immer, denn was sich nicht durch immer neue Selbsttätigkeit erhält, löst sich auf nach dem allgemeinen Gesetz des Werdens und Vergehens.

    Fanny Lewald

  5. Offensive in den eigenen Antrieben und Defensive gegenüber anderen Anstößen führen am schnellsten zum Ziel, aber vielleicht zum falschen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  6. Manche Menschen sind bereit, für ihre Sicherheit die größten Risiken einzugehen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  7. Wir bedenken manches erst, wenn es bedenklich geworden ist.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  8. Es ist ein gewagtes Ding, die Vorsehung eines andern sein zu wollen, denn alle menschliche Berechnung trügt und die beste Absicht ist nicht Bürge für den Ausgang.

    Wilhelmine von Hillern

  9. Eine Lüge engagiert meistens schon zu der nächsten.

    Rahel Varnhagen von Ense

  10. Tränen sind das Salz des Lebens, wenn es aber versalzen ist, bleibt ein unauslöschlicher Durst zurück.

    Friedrich Schleiermacher

  11. Ein Perlenkranz von Frauentränen, den Schmuck soll sich kein Mann ersehnen!

    Felix Dahn

  12. Man kann nicht leben, ohne dass die Leute sprechen, nicht Rosen sammeln, ohne dass die Dornen stechen

    Friedrich Julius Hammer

  13. Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.

    Juvenal

  14. Sage niemals an der Theaterkasse dass du nicht gut hörst, denn dann bekommst du einen Platz zugewiesen, wo du auch nichts siehst.

    Kin Hubbard

  15. Der dir bei allem, was du sagst, zustimmt, ist entweder dumm oder bereitet sich darauf vor, dich zu verschlingen.

    Kin Hubbard

  16. Mehr noch als der Reiche, der sein Geld in eisernen Truhen verwahrt hat, musst du vor dem Räuber Schicksal zittern, der du deine Schätze in Menschenherzen angelegt hast.

    August Pauly

  17. Was alles die Menschen als Zeichen von Vornehmheit ansehen, das macht sie gerade zum Pöbel.

    August Pauly

  18. Es gibt keine materielle Macht, welche den sittlichen Mächten über den Kopf wachsen könnte, ohne den Untergang ihrer selbst vorzubereiten.

    August Pauly

  19. Wenn das Große einmal der Menge gehört, ist es ein Götze geworden.

    August Pauly

  20. Die Menschen haben keinen ärgeren Feind als das Übermaß an Glück.

    Theresa Keiter