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Sprüche über Gefahr

532 Sprüche — Seite 17

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Eher muss man darauf achten, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt

    Seneca

  2. Adler haben große Flügel, aber auch scharfe Klauen.

  3. Viele Hunde sind des Hasen Tod.

  4. Stumme Hunde und stille Wasser sind gefährlich.

  5. Sieh dich vor, dass der Sinn für das Große dir nicht abhanden kommt, ehe du es gewahr wirst.

    Friedrich von Schlegel

  6. Der Mittelweg ist oft doppelt gefährlich.

    Christian Dietrich Grabbe

  7. Flieg nicht hoch empor, dann kannst du auch nicht stürzen

  8. Der geringe Schaden, welchen der Igel anrichtet, kann gegenüber dem von ihm gebrachten Nutzen kaum in Betracht kommen, zumal jener noch keineswegs genügend erwiesen ist.

    Alfred Edmund Brehm

  9. O Wanderer, steh und schau: Hier fiel ich - in die Hände meiner Frau! Bete für mich ein fromm Gebet, dass es dir nicht wie mir ergeht.

    Otto Julius Bierbaum

  10. Furcht macht verächtlich, und Verachtung ist gefahrvoller als Hass.

    Johann Jakob Engel

  11. Wer Aufopferung als Lebensinhalt akzeptiert, wird ein Opfer seiner selbst.

    Else Pannek

  12. Menschen, die sich überschätzen, richten ihr Chaos an wie ein kaltes Buffet.

    Else Pannek

  13. Nichts ist so gefährlich wie das Allzumodernsein. Man gerät in Gefahr, plötzlich aus der Mode zu kommen.

    Oscar Wilde

  14. Doch manchen stürzt schon die Hoffnung auf Gewinn in sein Verderben.

    Sophokles

  15. Fürchtet einer das Feuer, so riecht er allenthalben Rauch.

    Jeremias Gotthelf

  16. Dem, welcher ein Bein gebrochen hat, kann man dadurch sein Unglück doch erträglicher machen, wenn man ihm zeigt, dass es leicht hätte das Genick treffen können.

    Immanuel Kant

  17. Fluche einem Nachbarn, und du gräbst zwei Gräber.

  18. Macht ist eine Leiter mit angesägten Sprossen.

    Philip Chesterfield

  19. Lieber fünf Minuten feige, als ein Leben lang tot.

  20. Eigentlich müßte man sich fürchten, aus dem Haus zu treten.

    Franz Kafka