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Sprüche über Macht

755 Sprüche — Seite 11

Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.

Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.

  1. Hunger macht hart Brot zu Lebkuchen

  2. Einigkeit beim Vieh macht, dass der Löwe sich hungrig hinlegen muß.

  3. Machtgelüste sind die entsetzlichsten aller Leidenschaften.

    Tacitus

  4. Wenn ein Mensch Macht über seine Affekte gewinnt, allein nach der Notwendigkeit seiner Natur existiert und dadurch die Freiheit der Seele erreicht, dann ist das gleichbedeutend mit Glückselig …

    Baruch de Spinoza

  5. In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht

    Kurt Tucholsky

  6. Die guten Herrscher bringen den Menschen eine Ordnung, die sie fröhlicher macht.

  7. Erinnere dich, dass alles nur Meinung ist und dass es in deiner Macht steht zu meinen, was du willst.

    Mark Aurel

  8. Man könnte ebenso gut Feuer im Schnee entzünden, wie den Versuch machen, das Feuer der Liebe mit Worten zu löschen.

    William Shakespeare

  9. Die Musik wirkt wie die Sonne, die alle Blumen des Feldes zum Leben erweckt.

    Khalil Gibran

  10. Ein Lehrer arbeitet für die Ewigkeit. Niemand kann sagen, wo sein Einfluss endet.

    Henry Adams

  11. Der Misserfolg hat einen Segen, der mir verklärt den trübsten Tag: Er macht uns beliebter bei den Kollegen, als ein Erfolg es je vermag.

    Oscar Blumenthal

  12. Wer Hass allzu sehr fürchtet, versteht nicht zu herrschen.

    Seneca

  13. Es ist mir nie gelungen zu verstehen, wie ein verstandesbegabter Mensch aus der Ausübung von Macht über andere sein Glück beziehen kann.

    Thomas Jefferson

  14. Das ist der größte Vorwurf an die Deutschen: Dass sie trotz ihrer Intelligenz und trotz ihres Mutes immer die Macht anhimmeln.

    Winston Churchill

  15. Der Besitz besitzt. Er macht die Menschen kaum unabhängiger.

    Friedrich Nietzsche

  16. Meine Absicht ist es, die Menschen von den falschen Vorstellungen zu befreien, die ihnen Gott als einen absoluten Herrscher darstellen, despotisch Macht ausübend, wenig geeignet und wenig wert, gelieb …

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  17. Frauen sind das Paradies der Augen, das Fegefeuer des Beutels und die Hölle der Seele.

  18. Jedes zu großes Übergewicht von einer Seite stört die Freundschaft.

    Adolph Freiherr von Knigge

  19. Du hättest recht, wenn die Dummheit eine Geistesschwäche wäre. Leider ist sie aber eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen …

    Johann Nepomuk Nestroy

  20. Wenn Freund zu Freund kommt, stirbt des Verleumders Macht.

    Friedrich Rückert