793 Sprüche — Seite 11
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Wenn man einen plattdeutschen Bauern französisch lehrt und er macht deutsch daraus, so ist es englisch.
— August Pauly
Die einfachen Freuden der Seele sind die süßesten. Sie lassen sich nicht motivieren, zergliedern, deuten, beschreiben, sie sind als Elemente unseres Glücksgefühls unzerlegbar und eben darum so mächt …
— Paul Keller
Verachte dein eigenes Leben, und du bist Herr über das Leben anderer!
Allerheiligenreif macht zu Weihnacht' alles steif. (01. Nov.)
Ist um St. Martin der Baum schon kahl, macht der Winter keine Qual. (11. Nov.)
Der Flinke macht nicht immer das Rennen, und in der Schlacht winkt nicht immer dem Starken der Sieg.
— Thomas Hardy
Je mehr Macht die Menschen haben, um so mehr mißbrauchen sie diese und werden übermütig.
— Nicolaus Machiavelli
Ich kann in einem Tag tausend adeln und zu Rittern machen; aber so mächtig bin ich nicht, dass ich in tausend Jahren einen Gelehrten machen könnte.
— Julius Wilhelm Zincgref
Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald der wächst.
Setzt dem stolzen Manne Gleichgültigkeit entgegen, und ihr nehmt seiner Macht den Stachel!
— Friedrich Maximilian von Klinger
Macht ist eine Mahlzeit, die wachsenden Appetit verursacht.
— Charles de Talleyrand
Die Tinte macht uns wohl gelehrt, doch ärgert sie sich, wo sie nicht hingehört. Geschrieben Wort ist Perlen gleich, ein Tintenkleks ein böser Streich.
— Johann Wolfgang von Goethe
Sind sich die Werktätigen als Schmiere im Achslager der globalen Märkte erst einmal ihrer wirklichen Macht bewusst, können sie ihre Forderungshebel völlig neu ansetzen.
— Christa Schyboll
Was kein Verstand erfasst, keine menschliche Weisheit erreicht, das ist der wahren Liebe zu allen Zeiten möglich: ihr Quell ist unversiegbar.
— Henriette Davidis
Allohol macht Birne hohl – prima, noch mehr Platz für Allohol.
Das Gebet, das ein Mensch mit all seiner Macht leistet, hat eine große Kraft.
— Mechthild von Magdeburg
Was macht man nicht alles fürs Geld! sprach der Narr, da sah er einen Affen.
Vertreibt die Natur; sie kehrt im Galopp zurück.
— Philippe Destouches
Wenn wir uns einig sind, gibt es wenig, was wir nicht können. Wenn wir uneins sind, gibt es wenig, was wir können
— John F. Kennedy
Die sich lieben, die fürchten sich nicht.
— Theodor Fontane