Sprüche über Macht
755 Sprüche — Seite 8
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Intakte Familien sind Festungen mit vielen Fenstern und Türen zur Außenwelt.
Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen
— Karl Marx
Ein Kamel macht sich nicht über den Buckel eines anderen lustig
Der eigene Hund macht keinen Lärm - er bellt nur.
— Kurt Tucholsky
Reich macht dich nicht die Summe deiner Einkünfte - sondern die Summe der von dir gebrachten Opfer.
— Antoine de Saint-Exupéry
Der Flinke macht nicht immer das Rennen, und in der Schlacht winkt nicht immer dem Starken der Sieg.
— Thomas Hardy
Glück macht verrucht und Siegen verwegen
Wer die oberste Hand hat, verwendet sie selten zum Streicheln, sondern gebraucht sie lieber fest als Faust.
— Wilhelm Raabe
Gott ist der, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann
— Anselm von Canterbury
Zwei Schwächen, die sich gegeneinander lehnen, machen eine Stärke.
— Leonardo da Vinci
Mag auch das Böse sich noch so sehr vervielfachen, niemals vermag es das Gute ganz aufzuheben.
— Thomas von Aquin
Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte.
— Karl Marx
Verachte dein eigenes Leben, und du bist Herr über das Leben anderer!
Allzeit gewinnen macht verdächtig, allzeit verlieren macht verächtlich
Der Mensch ist in der Gegenwart in Technik manchmal so vernarrt, dass ihn kaum der Verdacht befällt, ob sie ihn nicht zum Narren hält.
— Karl-Heinz Söhler
Je mehr Macht die Menschen haben, um so mehr mißbrauchen sie diese und werden übermütig.
— Nicolaus Machiavelli
Ein Regentag macht die Dürre von Wochen gut
Eine Frau, so schwach sie ist, ist durch das Gefühl, das sie einflößt, stärker als der stärkste Mann
— Giacomo Casanova
Wenn wir uns einig sind, gibt es wenig, was wir nicht können. Wenn wir uneins sind, gibt es wenig, was wir können
— John F. Kennedy
Tadelt man, dass wir uns lieben, dürfen wir uns nicht betrüben: Tadel ist von keiner Kraft. Andern Dingen mag das gelten, kein Missbilligen, kein Schelten, macht die Liebe tadelhaft.
— Johann Wolfgang von Goethe