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Sprüche über Macht

755 Sprüche — Seite 10

Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.

Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.

  1. Eine verliebte Frau fürchtet nicht die Hölle, und das Paradies erscheint ihr keineswegs wünschenswert

    Anatole France

  2. Für gewöhnlich stehen nicht die Worte in der Gewalt der Menschen, sondern die Menschen in der Gewalt der Worte.

    Hugo von Hofmannsthal

  3. Was macht man nicht alles fürs Geld! sprach der Narr, da sah er einen Affen.

  4. Zaghaftigkeit in der Ausführung macht tollkühne Unternehmungen zunichte.

    Marquis de Vauvenargues

  5. Das Auge der Frau macht die Zimmer rein.

  6. Wer einen Aal fangen will, macht erst das Wasser trüb.

  7. Ist um St. Martin der Baum schon kahl, macht der Winter keine Qual. (11. Nov.)

  8. Stillstand des Blutens macht krank, Stillstand des Denkens macht dumm.

  9. Ich kann in einem Tag tausend adeln und zu Rittern machen; aber so mächtig bin ich nicht, dass ich in tausend Jahren einen Gelehrten machen könnte.

    Julius Wilhelm Zincgref

  10. Durch geistige Kraft können wir den beherrschen, der uns an körperlicher überragt.

    Antiphon

  11. Das Gebet, das ein Mensch mit all seiner Macht leistet, hat eine große Kraft.

    Mechthild von Magdeburg

  12. Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.

  13. Wer den Daumen auf dem Beutel hat, der hat die Macht.

    Otto von Bismarck

  14. Sind sich die Werktätigen als Schmiere im Achslager der globalen Märkte erst einmal ihrer wirklichen Macht bewusst, können sie ihre Forderungshebel völlig neu ansetzen.

    Christa Schyboll

  15. Macht ist eine Mahlzeit, die wachsenden Appetit verursacht.

    Charles de Talleyrand

  16. Dass in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig

    Georg Christoph Lichtenberg

  17. Setzt dem stolzen Manne Gleichgültigkeit entgegen, und ihr nehmt seiner Macht den Stachel!

    Friedrich Maximilian von Klinger

  18. Das ist ja die Macht der Liebe, dass sie blind vertraut, und gerade die hohen, stolzen Seelen sind am leichtesten zu täuschen.

    Ludwig Habicht

  19. Was kümmert die Kirche die Tyrannei missratener Könige, sofern sie an deren Macht teilhat!

    Claude-Adrien Helvetius

  20. Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald der wächst.