793 Sprüche — Seite 10
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Die Liebe macht Blinde sehend, aber Lahme nicht gehend
Ein Kamel macht sich nicht über den Buckel eines anderen lustig
Intakte Familien sind Festungen mit vielen Fenstern und Türen zur Außenwelt.
Reich macht dich nicht die Summe deiner Einkünfte - sondern die Summe der von dir gebrachten Opfer.
— Antoine de Saint-Exupéry
Ein liebendes Weib ist unverwüstlich.
— John Steinbeck
Ein Regentag macht die Dürre von Wochen gut
Macht ist eine Mahlzeit, die wachsenden Appetit verursacht.
— Charles de Talleyrand
Mag auch das Böse sich noch so sehr vervielfachen, niemals vermag es das Gute ganz aufzuheben.
— Thomas von Aquin
Das eben ist der Liebe Zaubermacht, dass sie veredelt, was ihr Hauch berührt, der Sonne ähnlich, deren goldner Strahl Gewitterwolken selbst in Gold verwandelt.
— Franz Grillparzer
Setzt dem stolzen Manne Gleichgültigkeit entgegen, und ihr nehmt seiner Macht den Stachel!
— Friedrich Maximilian von Klinger
Allzeit gewinnen macht verdächtig, allzeit verlieren macht verächtlich
Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald der wächst.
Wem nicht wenig genügt, den macht kein Reichtum satt.
— Christoph Martin Wieland
Zaghaftigkeit in der Ausführung macht tollkühne Unternehmungen zunichte.
— Marquis de Vauvenargues
Zwei Schwächen, die sich gegeneinander lehnen, machen eine Stärke.
— Leonardo da Vinci
Wenn man einen plattdeutschen Bauern französisch lehrt und er macht deutsch daraus, so ist es englisch.
— August Pauly
Verachte dein eigenes Leben, und du bist Herr über das Leben anderer!
Macht korrumpiert nicht. Furcht korrumpiert, vielleicht die Furcht vor dem Machtverlust.
— John Steinbeck
Die einfachen Freuden der Seele sind die süßesten. Sie lassen sich nicht motivieren, zergliedern, deuten, beschreiben, sie sind als Elemente unseres Glücksgefühls unzerlegbar und eben darum so mächt …
— Paul Keller
Stillstand des Blutens macht krank, Stillstand des Denkens macht dumm.