793 Sprüche — Seite 12
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Wenn wir uns einig sind, gibt es wenig, was wir nicht können. Wenn wir uneins sind, gibt es wenig, was wir können
— John F. Kennedy
Sind sich die Werktätigen als Schmiere im Achslager der globalen Märkte erst einmal ihrer wirklichen Macht bewusst, können sie ihre Forderungshebel völlig neu ansetzen.
— Christa Schyboll
Was kein Verstand erfasst, keine menschliche Weisheit erreicht, das ist der wahren Liebe zu allen Zeiten möglich: ihr Quell ist unversiegbar.
— Henriette Davidis
Allohol macht Birne hohl – prima, noch mehr Platz für Allohol.
Das Gebet, das ein Mensch mit all seiner Macht leistet, hat eine große Kraft.
— Mechthild von Magdeburg
Die Tinte macht uns wohl gelehrt, doch ärgert sie sich, wo sie nicht hingehört. Geschrieben Wort ist Perlen gleich, ein Tintenkleks ein böser Streich.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die sich lieben, die fürchten sich nicht.
— Theodor Fontane
Was macht man nicht alles fürs Geld! sprach der Narr, da sah er einen Affen.
Vertreibt die Natur; sie kehrt im Galopp zurück.
— Philippe Destouches
Die Liebe ist einäugig, aber Hass gänzlich blind
— Berthold Auerbach
Durch geistige Kraft können wir den beherrschen, der uns an körperlicher überragt.
— Antiphon
Was kümmert die Kirche die Tyrannei missratener Könige, sofern sie an deren Macht teilhat!
— Claude-Adrien Helvetius
Das ist ja die Macht der Liebe, dass sie blind vertraut, und gerade die hohen, stolzen Seelen sind am leichtesten zu täuschen.
— Ludwig Habicht
Wer den Daumen auf dem Beutel hat, der hat die Macht.
— Otto von Bismarck
Wenn Du auch täglich durch die Hallen der Macht wandelst, so trage doch in Dir die Luft aus den Wäldern der Berge.
Wenn man von den Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte zugestehen will, muss man sie gut bezahlen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Dass in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig
— Georg Christoph Lichtenberg
Wer einen Aal fangen will, macht erst das Wasser trüb.
Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte.
— Karl Marx
Das Auge der Frau macht die Zimmer rein.