793 Sprüche — Seite 7
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Kein altes Übel ist so groß, dass es nicht von einem neuen übertroffen werden könnte.
— Wilhelm Busch
Fleissiger Herr macht fleissige Diener.
Drei sind, die da herrschen auf Erden: die Weisheit, der Schein und die Gewalt.
— Johann Wolfgang von Goethe
Man macht das Leben nicht leichter, wenn man es seichter macht
— Margarete Seemann
Männer regieren die Welt, Frauen regieren die Männer.
Lachen ist eine Macht, vor der die Größten dieser Welt sich beugen müssen.
— Emile Zola
Je größer die Macht umso gefährlicher der Mißbrauch.
— Edmund Burke
Sollte es wirklich einmal zu einem Kampf zwischen den Geschlechtern kommen, dann werden die Frauen siegen, weil die Männer die Frauen mehr lieben als die Frauen die Männer.
— August Strindberg
Arbeit macht das Leben süß, macht es nie zur Last, der nur hat Bekümmernis, der die Arbeit hasst.
Macht an sich ist kein Segen, außer sie wird benutzt, um Unschuldige zu schützen.
— Jonathan Swift
Wie unvermögend ist doch der gutwilligste Fleiß der Menschen gegen die Allmacht der ungeteilten Begeisterung.
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Zeit ist Geld und Geld ist Macht. Doch keiner auf der Welt, das sei stets bedacht, hat’s mit Geld und Macht jemals zu mehr Zeit gebracht.
— Josef Bordat
In dem Augenblick, in dem die Liebe ihr Alles gibt, macht sie zugleich bankrott.
— Christian Friedrich Hebbel
Mit Bitten herrscht die Frau und mit Befehl der Mann: Die eine, wenn sie will, der andere, wenn er kann.
— François de la Rochefoucauld
Tötet nicht die Bäume, macht nicht das Wasser unserer Flüsse trübe. Reißt nicht die Eingeweide unserer Erde auf. Sonst werden die Flüsse und Bäume weinen
In Gestalt der Demokratie hatte das Geld triumphiert, es gab eine Zeit, wo es allein oder fast allein Politik machte.
— Karl Robert Eduard von Hartmann
Nichts ist mächtiger als ein Mensch, der betet: denn durch das Gebet wird er der Macht Gottes teilhaftig
— Johannes Chrysostomos
Den Wind kann man nicht verbieten, aber man kann Mühlen bauen
Bitten von Höhergestellten klingen immer stark nach Befehlen.
— Henry Fielding
Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr.
— Henry George Bohn