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Sprüche über Macht

755 Sprüche — Seite 9

Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.

Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.

  1. Der Mensch ist in der Gegenwart in Technik manchmal so vernarrt, dass ihn kaum der Verdacht befällt, ob sie ihn nicht zum Narren hält.

    Karl-Heinz Söhler

  2. Je mehr Macht die Menschen haben, um so mehr mißbrauchen sie diese und werden übermütig.

    Nicolaus Machiavelli

  3. Ein Regentag macht die Dürre von Wochen gut

  4. Tadelt man, dass wir uns lieben, dürfen wir uns nicht betrüben: Tadel ist von keiner Kraft. Andern Dingen mag das gelten, kein Missbilligen, kein Schelten, macht die Liebe tadelhaft.

    Johann Wolfgang von Goethe

  5. Wenn man einen plattdeutschen Bauern französisch lehrt und er macht deutsch daraus, so ist es englisch.

    August Pauly

  6. Freundschaft macht mehr glückliche Familien als Liebe

  7. Zaghaftigkeit in der Ausführung macht tollkühne Unternehmungen zunichte.

    Marquis de Vauvenargues

  8. Was macht man nicht alles fürs Geld! sprach der Narr, da sah er einen Affen.

  9. Für gewöhnlich stehen nicht die Worte in der Gewalt der Menschen, sondern die Menschen in der Gewalt der Worte.

    Hugo von Hofmannsthal

  10. Eine verliebte Frau fürchtet nicht die Hölle, und das Paradies erscheint ihr keineswegs wünschenswert

    Anatole France

  11. Wenn Du auch täglich durch die Hallen der Macht wandelst, so trage doch in Dir die Luft aus den Wäldern der Berge.

  12. Macht korrumpiert nicht. Furcht korrumpiert, vielleicht die Furcht vor dem Machtverlust.

    John Steinbeck

  13. Die Tinte macht uns wohl gelehrt, doch ärgert sie sich, wo sie nicht hingehört. Geschrieben Wort ist Perlen gleich, ein Tintenkleks ein böser Streich.

    Johann Wolfgang von Goethe

  14. Allerheiligenreif macht zu Weihnacht' alles steif. (01. Nov.)

  15. Haben Frauen erstmal wirklich gründlich ihren inneren männlichen Anteil entwickelt, hinkt das Original oft nur noch schlapp hinterher.

    Christa Schyboll

  16. Was kein Verstand erfasst, keine menschliche Weisheit erreicht, das ist der wahren Liebe zu allen Zeiten möglich: ihr Quell ist unversiegbar.

    Henriette Davidis

  17. Vertreibt die Natur; sie kehrt im Galopp zurück.

    Philippe Destouches

  18. Die einfachen Freuden der Seele sind die süßesten. Sie lassen sich nicht motivieren, zergliedern, deuten, beschreiben, sie sind als Elemente unseres Glücksgefühls unzerlegbar und eben darum so mächt …

    Paul Keller

  19. Liebe hat die Eigenart, nicht vernünftig sein zu können

    Józef Ignacy Kraszewski

  20. Hunger macht hart Brot zu Lebkuchen