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Sprüche über Macht

755 Sprüche — Seite 32

Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.

Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.

  1. Faulheit findet alles schwer, der Fleiß macht alles leicht.

    Johann Jakob Engel

  2. Die Versuchung ist eine unwiderstehliche Macht, die auf einen beweglichen Körper einwirkt.

    H. L. Mencken

  3. Reichtum ist wie der Mist. Angehäuft stinkt er. Über das Land hin verteilt, macht er die Erde fruchtbar.

  4. Wo Elefanten sich bekämpfen, hat das Gras den Schaden.

  5. Die Bedrohung durch den Stärksten bewirkt bei mir, dass ich mich auf die Seite des Schwächeren stelle.

    Francois René de Chateaubriand

  6. Tugend macht edel, aber Adel gibt keine Tugend.

  7. Wer allen dient, macht sich keinem verbindlich.

  8. Will unser Herrgott einen Narren, so macht er einen alten Mann zum Witwer.

  9. Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.

  10. Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.

  11. Wer verzagt ist im Bitten macht den anderen beherzt im Abschlagen.

  12. Der Kalendermacher macht den Kalender, aber unser Herrgott das Wetter.

  13. Geburt macht nicht edel

  14. Ehrlich macht reich, aber langsam geht's her.

  15. E i n Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre

  16. Eine Sonne ist der Mensch, allsehend, allverklärend wenn er liebt. Und liebt er nicht, so ist er eine dunkle Wohnung, wo ein rauchend Lämpchen brennt.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  17. Mit Haben, Gewinnen, Besitzen, Genießen schließt der Ideenkreis eine Kette um den Menschen, die ihn an Staub und Erde fesselt.

    Johann Georg Adam Forster

  18. Wer die Gesellschaft nicht entbehren kann, soll sich ihren Gebräuchen unterwerfen, weil sie mächtiger sind als er.

    Adolph Freiherr von Knigge

  19. Die Liebe zum Profit beherrscht die ganze Welt.

    Aristophanes

  20. Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.

    Friedrich Georg Jünger