Sprüche über Anerkennung
532 Sprüche — Seite 17
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Darin besteht das unantastbare Recht vieler: dasjenige zu ernten, was andre gesät haben.
— Otto Weiss
Es ist eine Schwäche großer Herren, mit dem Grundbaß von "Ich sage etwas" zu reden, zur Marter der Zuhörer: Bei jedem Satz horchen sie nach Beifall oder Schmeichelei und treiben die Geduld der K …
— Baltasar Gracián y Morales
Bei seinem Tun und Lassen sollte es dem Menschen auf Billigung und nicht auf Beifall ankommen.
— Charles-Louis de Montesquieu
Nicht das macht frei, dass wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben, dass wir etwas verehren, was über uns ist.
— Johann Wolfgang von Goethe
Ein Narr trifft allemal noch einen größeren an, der ihn nicht genug bewundern kann.
— Magnus Gottfried Lichtwer
Es ist unmöglich, in welcher Lage man sich auch befinden möge, eine vollkommen schöne Frau ohne Staunen und Ehrfurcht anzusehen.
— Alfred de Musset
Wenn man nur bestimmte Werke der besten Dichter betrachtet, wird man sich versucht fühlen, sie gering zu achten. Um sie gerecht einzuschätzen, muss man alles lesen.
— Marquis de Vauvenargues
Am letzten Ende pflegen die Idealisten doch recht zu behalten, wenn auch mitunter vielleicht hundert Jahre, nachdem sie begraben sind.
— Theodor Storm
Das ganze Glück des Menschen besteht darin, bei anderen Achtung zu genießen.
— Blaise Pascal
Orden sind mir wurscht, aber haben will ich sie.
— Johannes Brahms
Läßt du dir auf den Achseln sitzen, so sitzt man dir gar auf dem Kopfe.
Die Tugend adelt mehr als das Geblüt.
Der Mensch bedarf des Lobes fast wie der Nahrung.
— Emanuel Wertheimer
Die Uniform sichert manchem Fähigkeiten, die das bürgerliche Kleid nicht gewährt.
— Emanuel Wertheimer
Auch die Bundeswehr braucht wie jedes Lebewesen und jede soziale Institution Verständnis, Zuneigung und Anerkennung.
— Hans Apel
Denkmäler für berühmte Leute: Steine, die wir nach dem Tode denen geben, für die wir bei Lebzeiten kein Brot übrig hatten.
— Kazimierz Bartoszewicz
Das größte Denkmal ist das Gedächtnis.
— Perikles
Studieren ist ein harter Job, für schwere Arbeit kein Mensch gibt Lob. Zu bewältigen Studienstoff, anfallend in Bergen, man braucht Ausdauer und starke Nerven.
Wer es allen recht machen will, muss früh aufstehen.
Achtung ist der Freundschaft unfehlbares Band.
— Friedrich von Schiller