Sprüche über Anerkennung
532 Sprüche — Seite 23
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Lorbeer ist ein bittres Blatt, dem, der es sucht, und dem, der's hat.
— Franz Emanuel August Geibel
Das Geheimnis, zu gefallen, besteht darin, kein solches Geheimnis zu haben.
— Sully Prudhomme
Die auf der fliehenden Seite haben nie gesiegt
Kein Flüchtiger wird gekrönt
Wer flieht, gibt sich schuldig
Wo die Frau im Hause regiert, ist der Teufel Hausknecht
Hab' Achtung vor dir — und bringe es den Anderen bei.
— Else Pannek
Gekaufte Anerkennung unterliegt dem Börsenkurs.
— Else Pannek
Bestätigung ist für Kinder Lebenselixier und für Erwachsene Balsam.
— Else Pannek
Für Steuergelder wurde gearbeitet. Sie sind es wert mit Sorgfalt und Achtung verwendet zu werden.
— Else Pannek
Bescheidenheit ist eine Zier Bescheidenheit ist der einzige sichere Köder, wenn du nach Lob angelst.
— Philip Chesterfield
Dem Streben nach Lob liegt ein Streben danach, lobenswert zu sein, zu Grunde.
— Adam Smith
Stolz ist das Gefühl seines bestimmten Werts und durchaus lobenswert.
— Johann Gottfried Seume
Ich lehne es ab, anzuerkennen, dass es Unmöglichkeiten gibt.
— Henry Ford
Der Ruhm bringt jenem keine Erquickung, der ihn gestohlen hat, statt ihn sich zu verdienen.
— Nikolai Wassiljewitsch Gogol
Kein großer Mensch hinterlässt uns von sich ein verschwommenes Bild, sondern ein scharfes und sehr bestimmtes.
— André Gide
Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten.
— Berthold Auerbach
Niemand ist zufrieden mit seinem Stande, jeder mit seinem Verstande.
— Barthold Heinrich Brockes
Deine natürlichen Fähigkeiten reichen nicht aus, um dich bedeutsam zu machen.
— Epicharmos
Zwei Wurzeln aller Tugend muss ich loben: Mitleid nach unten, Pietät nach oben.
— Victor Blüthgen