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Sprüche über Anerkennung

532 Sprüche — Seite 26

Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.

Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.

  1. Jeden adelt sein eigenes Werk.

    Juvenal

  2. Der eine bekommt ein Kreuz, der andere eine Krone als Lohn für sein Verbrechen

    Juvenal

  3. Rechtschaffenheit wird (von allen) gelobt und stirbt doch vor Kälte

    Juvenal

  4. Der Friede hat ebenso viele Siege aufzuweisen wie der Krieg, aber weit weniger Denkmäler.

    Kin Hubbard

  5. Niemanden stört eine Unterbrechung, wenn es Beifall ist

    Kin Hubbard

  6. Nichts ist schwieriger als ein Empfehlungsschreiben für jemanden, den man gut kennt.

    Kin Hubbard

  7. Wer dankt, bekommt immer mehr zum Danken.

    Hermann von Bezzel

  8. Ein voller Widerhall aus dem Herzen des Empfangenden ist dem Schaffenden ein Bedürfnis.

    Gustav Mahler

  9. Gewöhnlichkeiten werden jedem geglaubt, zum Ungewöhnlichen bedarf es der Autorität

    August Pauly

  10. Steif und aufrecht wie Papierschifflein schwimmen die Tagesgrößen auf dem Strom der Zeit dahin. Aber schon bald löst sie der Strom jämmerlich auf.

    August Pauly

  11. Es kann sich kein Sperling in Wolkenhöhe behaupten; und wenn ihn ein Adler hinauftrüge, er strebte wieder hinunter, wo ihm das Pferd seinen unverdauten Hafer hinterlassen hat.

    August Pauly

  12. An großen Dingen misst man kleine Leute.

    August Pauly

  13. Der Eitle empfindet jedes einem andern gespendete Lob als eine Verkürzung der ihm gebührenden Ration.

    August Pauly

  14. Kein Mensch, auch nicht der allerverkommenste, verträgt es, unwert geachtet zu werden. Wenn ihn alle Welt verachtet, sucht er nach seinesgleichen, bei denen seine Taten etwas gelten.

    August Pauly

  15. Äusserlicher Adel braucht Gesellschaft, um etwas vorzustellen, innerer braucht Einsamkeit.

    August Pauly

  16. Was sucht ihr Ruhm? Könnt ihr denn mehr gewinnen von der Welt, als dass euch aus dem Menschenwald ein Herz, das wie das eure fühlt, das Glück zurückwirft, das ihr ihm zugesandt!

    August Pauly

  17. Für besser gehalten zu werden, als man ist, ist auch eine Art Verleumdung, die sich ein ehrlicher Mensch nicht gefallen lassen kann.

    August Pauly

  18. Schmücke nie Dein Werk mit allzu viel Erwartung, denn nichts Herb'res gibt's, als nüchterne Enttäuschung.

    Heinrich Martin

  19. Wir schätzen erst des Nächsten Geistesgaben und lieben ihn, wenn wir verstanden haben.

    Heinrich Martin

  20. Lass das Drechseln, lass das Schrauben – Sprich frei fort! Das bringt Dir Glauben.

    Heinrich Martin