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Sprüche über Anerkennung

532 Sprüche — Seite 20

Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.

Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.

  1. Der herbste Tadel lässt sich ertragen, wenn man fühlt, dass derjenige, der tadelt, lieber loben würde.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  2. Der Krone würdig sein, ist mehr, als Kronen tragen.

    Friedrich von Cronegk

  3. Wenn sie Dich dessen erachtet, wird eine Katze Dein Freund sein, niemals Dein Sklave.

    Théophile Gautier

  4. Wer in der Welt gefallen will, muss sich entschließen, eine Menge Dinge zu lernen, die man von Leuten erfährt, die sie nie gelernt haben.

    Nicolas Chamfort

  5. Ich habe stets beobachtet, dass man, um Erfolg zu haben in der Welt, närrisch scheinen oder weise sein muss

    Charles-Louis de Montesquieu

  6. Eine kleine Stelle, die du ganz ausfüllst, ist dein Ehrenplatz, die grösste, der du nicht genügst, ein Pranger.

    Otto von Leixner

  7. Man kann die Nützlichkeit einer Idee anerkennen und doch nicht recht verstehen, sie vollkommen zu nutzen.

    Albrecht Goes

  8. Der Mensch kann nichts Höheres erstreben im Kampfe mit Sorge und Not, al ein gutes Gewissen im Leben und einen guten Namen im Tod.

    Friedrich von Bodenstedt

  9. Himmel und Erde, Menschen und Geister - alles liebt den Geringen, nicht den Stolzen

  10. Den Tadel der Menschen nahm ich solange gerne an, bis ich einmal darauf achtete, wen sie lobten.

    Walter Rathenau

  11. Zu großes Ansehen ist für die geistige Gesundheit nicht gut

    George Bernard Shaw

  12. Manche wären sehr erstaunt zu erfahren, worauf ihre Achtung vor den Menschen beruht.

    Marquis de Vauvenargues

  13. Willst du einen guten Ruf haben, so triff niemals die Sonne in deinem Bett

  14. Kannst du nicht allen gefallen Durch deine Tat und dein Kunstwerk, Mach' es wenigen recht; Vielen gefallen, ist schlimm.

    Friedrich von Schiller

  15. Frage dich, wo des Menschen Ruhm beginnt und endet. Und sieh, daß mein Ruhm nur auf meinen Feunden gründet

    William Butler Yeats

  16. Mittleren Menschen mag man den Mut loben, edlen die Besonnenheit.

    Walter Rathenau

  17. Die Tatsache, dass der Schmerz unsere Werte nicht anerkennt, wird in ruhigen Zeiten leicht überdeckt.

    Friedrich Georg Jünger

  18. Der Stand der Schauspieler galt bei den Römern für schimpflich, bei den Griechen für ehrbar. Heute denken wir über sie im Grunde immer noch wie die Römer, verkehren aber mit ihnen wie die Griechen.

    Jean de la Bruyère

  19. Orden werden verdient, erdient oder erdienert.

    Otto von Bismarck

  20. Wer sich nicht selbst imponiert, kann niemand anderem imponieren.

    Helmut Kohl