Sprüche über Anerkennung
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Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Adelig und edel sind zweierlei.
Adel hat kein Erbrecht.
Geloben ist adelig, halten bäuerisch.
Die Söhne sind adeliger denn die Väter, denn sie haben ein Glied mehr.
Wer tun will, was allen gefallt, muss Atem haben warm und kalt.
Wer allen dient, macht sich keinem verbindlich.
Wem viel befohlen ist, von dem wird viel gefordert.
Man soll niemand seine erste Bitte abschlagen.
In Komplimenten ist Sparsamkeit höflich.
Auf deine Weise magst du essen, aber auf anderer Leute Art musst du dich kleiden.
Auf dem Dorf ist gut predigen
Edel sein ist gar viel mehr als adlig von den Eltern her
Ehr und Eid gilt mehr als Land und Leut
Wer zu Ehren kommen will, muss zuvor leiden.
Ehrbar und fromm dringt durch die Wolken, das andre muss zurück bleiben
Wer ehrlich ist, braucht nicht viel Heimlichkeit
Wer sich ehrlich will ernähren, braucht viel flicken und wenig zehren
Zwischen ehrlichen Leuten bedarf's keiner Rechnung
Tadel ist dem Künstler weit nützlicher als Lob: wer vom Tadel zu Grunde geht, war dieses Unterganges wert. Nur wen er fördert, hat die wahre innere Existenzberechtigung.
— Richard Wagner
Jeder neue Tag ist wie ein Bote Gottes, den man gebührend empfangen muss.