514 Sprüche — Seite 9
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Einen Namen hat man, wenn man keinen Wert mehr auf seine Titel legt.
— Anton Graff
Ich kann in einem Tag tausend adeln und zu Rittern machen; aber so mächtig bin ich nicht, dass ich in tausend Jahren einen Gelehrten machen könnte.
— Julius Wilhelm Zincgref
Unglaublich dummes Zeug spricht dieser und jener, aus Furcht, ungebildet zu erscheinen!
— Otto Weiss
Ich bin bis heute dem Mann noch nicht begegnet, wie berühmt er auch sein mochte, der nicht nach einer Anerkennung besser und einsatzfreudiger gearbeitet hatte als nach einem Tadel.
— Charles M. Schwab
Wenn der Sünder seine Ehre verliert, so schleudert er ihr in seiner Verzweiflung nur zu oft die ganzen Überreste seiner Tugend nach.
— Thomas Babington Macaulay
Wohl dem, der etwas Größeres als sich selbst lebendig kennt und liebt.
— Richard Rothe
Jeder Künstler strebt nach Ehre, wünscht, der einzige zu sein
— Wolfgang Amadeus Mozart
Die Ehre ist ein Rechenspiel, bald gilt man nichts, bald gilt man viel.
— Abraham a Sancta Clara
Ein Führer entsteht nur, wenn eine Gefolgschaft bereits da ist.
— Ludwig Marcuse
Bücher haben, genau wie Menschen, ihren Erfolg oft ihrem Titel zu verdanken.
— Peter Sirius
Man glaubt nie einem Menschen, weil er klug ist, sondern weil man ihn schätzt und liebt.
— Vinzenz von Paul
Wer sich weder durch Lob verführen, noch durch Tadel in Verwirrung bringen lässt, der besitzt großen Herzensfrieden.
— Thomas à Kempis
Sprich zu den Menschen über sie selbst, und sie werden dir stundenlang zuhören.
— Benjamin Disraeli
Von des Lebens Gütern allen ist der Ruhm das höchste doch, wenn der Leib in Staub zerfallen, lebt der große Name noch.
— Friedrich von Schiller
Liebe und Hochachtung können durch kein Gesetz erzwungen, sie müssen erworben werden.
Es ist eben nichts Seltenes, dass einer seine Ehre für ein Ehrenzeichen verkauft.
— Christian Friedrich Wilhelm Jacobs
Es ist nicht mein Ziel, geliebt zu werden. Mir genügt es, wenn man mich respektiert.
— Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu
Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, der froh von ihren Taten, ihrer Größe, den Hörer unterhält und, still sich freuend, ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht.
— Johann Wolfgang von Goethe
Von dem Ruhm der berühmtesten Menschen gehört immer etwas der Blödsinnigkeit der Bewunderer zu
— Georg Christoph Lichtenberg
Unsere Meister nennen wir billig die, von denen wir immer lernen. Nicht ein jeder, von dem wir lernen, verdient diesen Titel.
— Johann Wolfgang von Goethe