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Sprüche über Anerkennung

532 Sprüche — Seite 25

Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.

Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.

  1. Verfehlte Kunstwerke gibt's – die nur von Kennern hochgeschätzt werden.

    Otto Weiss

  2. Der Ruhm ist ein brennender Ofen: man muss ihn immer wieder heizen, soll er nicht kalt werden

    Otto Weiss

  3. Von den allerbesten Literaturwerken ist die Mehrzahl berühmt, die Minderzahl bekannt.

    Otto Weiss

  4. Staunen ist unfreiwilliges Lob.

    Edward Young

  5. Ein ernsthaftes Gemüt ist der natürliche Boden zur Hervorbringung aller Tugenden, und der einzige Charakter, der dem Menschen Ehre macht.

    Edward Young

  6. Niemand mag auf lange Zeit große Ehre haben ohne Neid.

    Bernhard Freidank

  7. An deinem Herd bist du genauso ein König wie jeder Monarch auf seinem Thron.

    Miguel de Cervantes Saavedra

  8. Der Koch kann gebildet werden, der Bratkünstler wird geboren.

    Jean Anthelme Brillat-Savarin

  9. Befehlen und gehorchen heißt, mit Mächten in Beziehung gebracht zu werden, und es ist nur sinnvoll, wenn der Befehlshaber im Vollbesitz dieser Mächte ist.

    Sebastian Faber

  10. Große Taten erscheinen uns oft so bewundernswert, dass wir sie nur von gereiften, erfahrenen, gefestigten Männern ausgeführt glauben und zu diesen wie zu Greisen verehrungsvoll aufschauen: wie staunen …

    Theodor Toeche-Mittler

  11. Besser, man zeichnet sich aus, als dass man sich auszeichnen lässt.

    Johann Gottlieb Nathusius

  12. Wer Schweine aufzieht, ist ein produktives, wer Familienmitglieder aufzieht ein unproduktives Mitglied unserer Gesellschaft

    Friedrich List

  13. Wir können nicht alle Helden sein, denn irgendwer muss auf der Tribüne sitzen und klatschen

    William Penn Adair Rogers

  14. Es ist sehr leicht, die Menschen zu behandeln, wenn man sie nicht achtet.

    Fanny Lewald

  15. Die Gebirge sind stumme Meister und schaffen schweigsame Schüler

    Johann Wolfgang von Goethe

  16. Der Mensch hängt unzerreißbar fest an den Wurzeln seiner Ehre, wie weit sie auch in die graueste Vergangenheit hineinragen.

    Wilhelmine von Hillern

  17. Hätte man von Anbeginn der Zeiten immer das nützliche und heilsame nur deswegen unterlassen, weil es noch neu und nicht im Gebrauch war, weil es gerade erst erfunden wurde, so würden den Menschen viel …

    Dorothea Christiane Erxleben

  18. Es ist ein krankhafter, schwächlicher Geisteszustand, auf Lob, und nicht auf Inhalt des Lobes zu halten.

    Rahel Varnhagen von Ense

  19. Reine Liebenswürdigkeit und echter guter Wille sind die höchsten menschlichen Eigenschaften, gegen welche alles tatkräftige Heldentum mit seinem Glanz und Ruhm zurücktritt.

    Rahel Varnhagen von Ense

  20. Ein Orden und der Galgen werden manchmal auf demselben Wege verdient.

    Juvenal