514 Sprüche — Seite 7
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Die Fähigkeit, auf welche die Menschen den meisten Wert legen, ist die Zahlungsfähigkeit
— Oscar Blumenthal
Bringe die Menschen dazu, dass sie von sich selbst eine höhere Meinung bekommen, und du schaffst dir bleibende Freunde
— Philip Chesterfield
Wir beurteilen uns danach, was wir uns zutrauen... Andere beurteilen wir danach, was sie bereits geleistet haben.
— Gilbert Keith Chesterton
Vieles wirst du geben, wenn du auch gar nichts gibst, als nur das gute Beispiel
— Seneca
Andere in Güte für uns gewinnen - das muß unser Leitgedanke sein
— Abraham Lincoln
Nachahmung ist die höchste Form der Schmeichelei.
— Charles Caleb Colton
Es ist vernünftig, von einem Arzt zu erwarten, dass er vor der Macht des Geistes, Krankheiten zu überwinden, Achtung hat.
— Hippokrates von Kós
Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.
— Katharina von Siena
Von Ruhm und Ehre wird das Herz durchaus nicht satt.
— Friedrich Rückert
Verehrung ist Liebe zu jemandem, den wir bewundern
— Baruch de Spinoza
Wer das Geld liebt, wird nicht satt, wer den Ruhm sucht, wird nicht gesättigt.
— Bernhard von Clairvaux
Mit Güte kann man jeden Menschen verzaubern.
— Pearl S. Buck
Wer mehr als aussergewöhnlichen Respekt verlangt, verdient auch den gewöhnlichen nicht.
— Johann Gottfried Seume
Ich begehe nie den Fehler, mich mit Menschen zu streiten, deren Ansichten ich nicht achte.
— Edward Gibbon
Wir lieben die uns Wohlwollenden, aber wir achten mehr die, die es wagen, uns ehrlich anzugreifen. So hoch ist unsere Meinung von uns selbst.
— Carl Ludwig Schleich
Schlechte Bücher taugen auch guten zu der Gegenprobe: Finst'res macht, dass jedermann desto mehr das Lichte lobe.
— Friedrich von Logau
Wenn euch eine Lektüre das Herz erhebt, wenn sie euch zu edlen, tapfernen Empfindungen erfreut, dann braucht ihr kein weiteres Kriterium: das Werk ist gut
— Jean de la Bruyère
Das Wesentliche ist nicht "gesiegt", sondern sich wacker geschlagen zu haben.
— Pierre Baron de Coubertin
Man verachtet nicht alle, welche Laster haben, wohl aber jeden, der keine Tugend hat.
— François de la Rochefoucauld
Warum klagen so viele, dass sie unterschätzt werden? Schlimmer ist doch das Gegenteil.
— Friedrich Georg Jünger