887 Sprüche — Seite 22
Wo menschliche Sprache an ihre Grenze gerät, beginnt oft das tastende Reden von Gott. In diesem Thema verdichten sich Ehrfurcht, Trost, Zweifel und die Sehnsucht nach einem Sinn, der über das Sichtbare hinausweist. Seit Jahrhunderten suchen Menschen Worte für das, was sie trägt, erschüttert oder rettet.
Seine religiöse Tiefe entfaltet sich nicht nur in Gewissheiten, sondern ebenso im Fragen, Hoffen und Vertrauen. Die Sprüche zu diesem Thema spiegeln jene Bewegung des Herzens, die zwischen Demut und Zuversicht ihren Ausdruck sucht und im Glauben mehr erkennt als bloße Lehre oder fromme Formel.
Ich habe angefangen, Kirchen, Kapellen, Bischöfe und das Ganze zu hassen. Ein Mensch kann auch ohne das tapfer vor seinen Gott treten
— John Knittel
Gott ist ein Komödiant, der vor einem Publikum spielt, das zu ängstlich zum Lachen ist.
— Voltaire
Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, dass Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann.
— Samuel Butler
Da mir mein Sein so unbekannt, so steht es wohl in Gottes Hand, die führet mich so aus wie ein, so darf ich wohl getröstet sein.
— Ludwig Thoma
Eigentlich solle ich mich schämen, Gott mit meiner Person zu behelligen. Aber seltsam, ich fühle, dass sich Gott mit mir beschäftigt.
— Karl Ferdinand Gutzkow
Wie die Mutter sich freut, wenn sie das erste Lächeln ihres Kindes bemerkt, so freut sich Gott jedesmal, wenn er vom Himmel sieht, daß ein Sünder sich vor ihm aus vollem Herzen zum Gebet beugt.
— Fjodor M. Dostojewski
Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt, aber ich weiß, dass er mich führt.
— Gorch Fock
Alle Menschen haben Zugang zu Gott, aber jeder einen anderen
— Martin Buber
Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.
Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an.
Bier ist Menschenwerk, Wein aber ist von Gott!
— Martin Luther
Wenn der Himmel einen Menschen erschaffen hat, muss es für ihn auch eine Aufgabe geben
Gott hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu trösten alle Trauernden. Die in Trauerkleidung herumgehen sollen wieder Gewänder des Lebens …
Wo die Stille mit dem Gedanken Gottes ist, da ist nicht Unruhe noch Zerfahrenheit.
— Franz von Assisi
Willst du dir ein hübsch' Leben zimmern, musst dich ums Vergangene nicht bekümmern: Das wenigste muss dich verdrießen, musst stets die Gegenwart genießen, besonders keinen Menschen hassen, und di …
— Johann Wolfgang von Goethe
Arznei hilft, wo Gott will, wenn nicht, so ist's des Lebens Ziel.
Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.
— Alfred Friedrich Delp
Die Gabe zu beten ist nicht immer in unserer Gewalt. Dem Himmel ist beten wollen auch beten.
— Gotthold Ephraim Lessing
Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten - und sie kommen in Scharen.
— Gilbert Keith Chesterton
Das Leben eines jeden Menschen ist ein von Gotteshand geschriebenes Märchen.
— Hans Christian Andersen