887 Sprüche — Seite 6
Wo menschliche Sprache an ihre Grenze gerät, beginnt oft das tastende Reden von Gott. In diesem Thema verdichten sich Ehrfurcht, Trost, Zweifel und die Sehnsucht nach einem Sinn, der über das Sichtbare hinausweist. Seit Jahrhunderten suchen Menschen Worte für das, was sie trägt, erschüttert oder rettet.
Seine religiöse Tiefe entfaltet sich nicht nur in Gewissheiten, sondern ebenso im Fragen, Hoffen und Vertrauen. Die Sprüche zu diesem Thema spiegeln jene Bewegung des Herzens, die zwischen Demut und Zuversicht ihren Ausdruck sucht und im Glauben mehr erkennt als bloße Lehre oder fromme Formel.
Wenn auch alle Lichter der Welt erlöschen, der Lichtgedanke lebt doch: Es gibt einen Gott.
— Henrik Johan Ibsen
Am Dasein Gottes können nur blasierte Toren zweifeln
— Werner von Siemens
Je mehr man die Wahrheit ehrt und liebt, je näher und ähnlicher ist man Gott.
— Ulrich Zwingli
Behüte mich Gott vor meinen Freunden, mit den Feinden will ich schon fertig werden
Gott gibt jedem Vogel seine Nahrung, wirft sie ihm aber nicht ins Nest.
Willst Du Gott etwas sagen, so sage es dem Wind.
Wo die Zeit nie hinkam, wo hinein nie ein Bild leuchtete, in dem Innigsten und Höchsten der Seele schafft Gott seine Welt.
— Eckhart von Hochheim
Wen Gott naß macht, den macht er auch wieder trocken.
Was Gott tut, ist wohlgetan.
Nichts ist mächtiger als ein Mensch, der betet: denn durch das Gebet wird er der Macht Gottes teilhaftig
— Johannes Chrysostomos
Im Glück erheb dich nicht, im Unglück verzage nicht, denn Gott ist ein Mann, der Glück und Unglück wenden kann.
Alle Unordnung des inneren und des äußeren Menschen wird geordnet in der Gelassenheit, in der man sich läßt und Gott überläßt.
— Eckhart von Hochheim
Die Wahrheit ist nicht daß ausschließliche Eigentum einer einzelnen heiligen Schrift. Die Forderung der Zeit ist nicht eine einzige Religion, sondern die gegenseitige Achtung und Duldsamkeit der Anhän …
— Mahatma Gandhi
Jesus sprach nie eine größere Wahrheit aus, als da er sagte, die Weisheit komme aus dem Mund der kleinen Kinder.
— Mahatma Gandhi
Bete nicht um leichtere Lasten, sondern um einen stärkeren Rücken
— Theresia von Avila
Arm oder reich, vor Gott sind alle gleich
In die ersten Augenblicke des neuen Tages gehören nicht eigene Pläne und Sorgen, auch nicht der Übereifer der Arbeit, sondern Gottes befreiende Gnade, Gottes segnende Nähe.
— Dietrich Bonhoeffer
Aus Gottes Hand empfing ich mein Leben. Unter Gottes Hand gestalte ich mein Leben. In Gottes Hand gebe ich mein Leben zurück.
— Augustinus
Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte.
— George Bernard Shaw
Alle Regierungen fordern blinden Glauben, sogar die göttliche.
— Christian Friedrich Hebbel