Sprüche über Mensch
938 Sprüche — Seite 15
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Unermeßlichen Einfluß auf die ganze menschliche Entwicklung eines Volks hat die Beschaffenheit seiner Sprache.
— Johann Gottlieb Fichte
Wer die Menschen gründlich erforscht und das Verkehrte in ihrem Denken, Fühlen, Geschmack und Streben erkannt hat, kommt zur Einsicht, dass ihnen Unbeständigkeit weniger schadet als Eigensinn.
— Jean de la Bruyère
Der Mensch ist der höchste Gegenstand der schönheitsbildenden Kunst.
— Johann Georg Adam Forster
Der Mensch - ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur.
— Christian Morgenstern
Das Herz gibt allem, was der Mensch sieht, hört und weiß, die Farbe.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Was uns im Leben am meisten Not tut ist ein Mensch, der uns zu dem zwingt, was wir können.
— Ralph Waldo Emerson
Der Wille nämlich ist es, der dem Menschen Leiden verursacht.
— Katharina von Siena
Wer den Menschen verachtet, ist kein großer Mensch.
— Marquis de Vauvenargues
Der Mensch ist nie so schön, als wenn er um Verzeihung bittet oder selbst verzeiht.
— Jean Paul
Was aber die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.
— Arthur Schopenhauer
Schuld haben sie beide nicht: Weder der Mensch, noch das Schicksal; sie passen nur immer ganz genau aufeinander.
— Wilhelm Raabe
Höhepunkt des Glücks ist es, wenn der Mensch bereit ist, das zu sein, was er ist.
— Erasmus von Rotterdam
Das vollkommene Glück ist unbekannt; für den Menschen ist es nicht geschaffen.
— Voltaire
Während der Tiger nicht aufhören kann, Tiger zu sein, sich nicht enttigern kann, lebt der Mensch in ständiger Gefahr, sich zu entmenschlichen.
— José Ortega y Gasset
Taktlosigkeit ist der lästigste und widerwärtigste der menschlichen Fehler, denn du kannst dich nicht gegen sie verteidigen, nicht einmal durch Grobheit.
— Anselm Feuerbach
Zwei Dinge sollte ein Mensch nie beklagen: das, was er ändern kann, und das, was er nicht ändern kann.
— Thomas Fuller
Die größte und dauerhafteste Revolution, die wir kennen, fand statt, als der Mensch seine Seele entdeckte und lernte, dass jede Seele für sich allein einen individuellen Wert hat.
— John Steinbeck
Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber nicht lange dort verweilen
— George Bernard Shaw
Wie vergänglich ist doch der Mensch auf dieser Erde, ein Baum überdauert ihn, eine Steinstufe wird hundertmal älter, als der Menschenfuß, der sie tritt.
— Paul Keller
Das Gebet, das ein Mensch mit all seiner Macht leistet, hat eine große Kraft.
— Mechthild von Magdeburg