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Sprüche über Mensch

938 Sprüche — Seite 23

Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.

Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.

  1. Wenn der Mensch plötzlich tugendhaft würde, so müssten viele Tausende verhungern

    Georg Christoph Lichtenberg

  2. Beachtung braucht der Mensch wie die Blume die Sonne

  3. Ein Mensch ohne Kenntnis, eine Welt im Finstern.

    Baltasar Gracián y Morales

  4. Menschen, die einander ohne tatsächlich klaren Grund nicht trauen, trauen sich selber nicht

    Friedrich Vischer

  5. Sie sind nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

  6. Ein Hund, der bellt, ist mehr wert, als ein ein Mensch, der lügt.

    Henry de Montherlant

  7. In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank.

    Sigmund Freud

  8. Jeder Mensch ist wichtig, der den Posten, auf dem er steht, ganz ausfüllt. Sei der Wirkungskreis noch so klein, er ist in seiner Art groß

    Friedrich von Schiller

  9. Mehr Dampf in einer Lokomotive erzeugen, als nötig ist für ihre höchste Bewegung, ist die Tat eines wahnsinnig gewordenen Maschinenführers. So ist der Mensch! Er rast dahin den Weg des Lebens und wird …

    Peter Altenberg

  10. Es gibt naive Menschen, die sich erkennen und ihre Naivität geschickt zu benutzen verstehen

    François de la Rochefoucauld

  11. Es ist ein großer Fehler, das Komplimente machen aufzugeben. Wenn der Mensch nichts Charmantes mehr sagt, hat er auch keine charmanten Gedanken mehr.

    Oscar Wilde

  12. Der Wiener ist ein mit sich' sehr unglücklicher Mensch, der den Wiener hasst, aber ohne den Wiener nicht leben kann.

    Hermann Bahr

  13. Das Wichtigste im Verkehr mit Menschen: ihnen ihre Ausreden wegräumen.

    Arthur Schnitzler

  14. Der Mensch, durchtrieben und gescheit, bemerkte schon seit alter Zeit, dass ihm hienieden allerlei verdrießlich und zuwider sei.

    Wilhelm Busch

  15. Wenn du mit Sieg und Niederlage gleichermaßen fertig wirst, dann bist du ein richtiger Mensch

    Rudyard Kipling

  16. Der Geist eines vollkommenen Menschen ist wie ein Spiegel. Er hält nichts fest. Er reflektiert, aber er hält nichts fest. Deshalb kann der vollkommene Mensch handeln ohne Anstrengung.

  17. Die Tugend des freien Menschen zeigt sich ebenso groß im Vermeiden wie im Überwinden von Gefahren.

    Baruch de Spinoza

  18. Ein langer Weg prüft ein Pferd auf seine Stärke, die Zeit einen Menschen auf seinen Charakter.

  19. Jede höhere Stufe, welche der Mensch betritt, erfordert eine andere Lebensordnung

    Christoph Martin Wieland

  20. Jeder Mensch ist ein Abgrund. Man schaudert, wenn man hineinsieht.

    Georg Büchner