Sprüche über Mensch
938 Sprüche — Seite 42
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Es liegt tief in der Natur des Menschen, dass er alles essen will, was er liebt.
— Oswald Spengler
Es ist sonderbar, dass der Mensch sich nicht vor sich selbst fürchtet.
— Friedrich von Schlegel
Der Mensch, der gleicht dem Aprilwetter, welches bald schön, bald wild, bald warm, bald kalt, bald trocken, bald naß, bald Sonne, bald Regen, bald Riesel, bald Schnee, bald Blumen, bald Klee.
— Abraham a Sancta Clara
Das Wort des Menschen ist sein Wesen
Der Mensch ist der Bogen, der Gedanke der Pfeil und Rechtschaffenheit das Ziel.
Taste aber nur einer das Eigentum an, und der Mensch mit seinen Leidenschaften wird sogleich da sein
— Johann Wolfgang von Goethe
Was des Menschen Herzenswunsch ist dazu läßt er sich gern befehligen.
— Joseph Victor von Scheffel
Man kann beobachten, dass eines jeden Menschen Sehnsucht nach derjenigen Gegend reist, in welcher er das meiste und kräftigste Licht und die sattesten Farben wahrgenommen hat.
— Carl Spitteler
Wer ist der glücklichste Mensch? Der fremdes Verdienst zu empfinden weiß und am fremden Genuss sich wie am eignen zu freun.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wie sind wohl die Menschen zu dem Begriff der Freiheit gelangt? Es war ein großer Gedanke.
— Georg Christoph Lichtenberg
Jeder Mensch wird als Zwilling geboren – als der, der er ist und als der, für den er sich hält.
— Martin Kessel
Der Mensch ist das Wesen, welches die oberste Stufe der sichtbaren Schöpfung einnimmt und das sich sogar für das Ebenbild Gottes ausgibt - worüber Gott sich jedoch nicht sehr geschmeichelt fühlen dürf …
— Johann Nepomuk Nestroy
Wer bist du, Mensch? Ein Garten voller Disteln. Is nit gnug das. Eine Rose voller Dornen. Is noch nit gnug. Ein Himmel voller Finsternis.
— Abraham a Sancta Clara
Der Müßiggang, nicht die Arbeit, ist der Fluch der Menschen
— Samuel Smiles
Die Welt verstehen heißt für einen Menschen: Sie auf das Menschliche zurückführen, ihr ein menschliches Siegel aufdrücken.
— Albert Camus
Die glücklichsten und die allerunglücklichsten Menschen sind im gleichen Maße zur Härte geneigt.
— Charles-Louis de Montesquieu
Wir lernen die Menschen nicht kennen, wenn sie zu uns kommen, wir müssen zu ihnen gehen, um zu erfahren, wie es mit ihnen steht.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Menschen begreifen gar nicht, wie ernst man sein muss, um heiter zu sein.
— Johann Wolfgang von Goethe
Es ist von größter Wichtigkeit, dass Kinder arbeiten lernen. Der Mensch ist das einzige Tier, das arbeiten muß.
— Immanuel Kant
Wer in der Welt gefallen will, muss sich entschließen, eine Menge Dinge zu lernen, die man von Leuten erfährt, die sie nie gelernt haben.
— Nicolas Chamfort