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Sprüche über Mensch

938 Sprüche — Seite 42

Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.

Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.

  1. Es liegt tief in der Natur des Menschen, dass er alles essen will, was er liebt.

    Oswald Spengler

  2. Es ist sonderbar, dass der Mensch sich nicht vor sich selbst fürchtet.

    Friedrich von Schlegel

  3. Der Mensch, der gleicht dem Aprilwetter, welches bald schön, bald wild, bald warm, bald kalt, bald trocken, bald naß, bald Sonne, bald Regen, bald Riesel, bald Schnee, bald Blumen, bald Klee.

    Abraham a Sancta Clara

  4. Das Wort des Menschen ist sein Wesen

  5. Der Mensch ist der Bogen, der Gedanke der Pfeil und Rechtschaffenheit das Ziel.

  6. Taste aber nur einer das Eigentum an, und der Mensch mit seinen Leidenschaften wird sogleich da sein

    Johann Wolfgang von Goethe

  7. Was des Menschen Herzenswunsch ist dazu läßt er sich gern befehligen.

    Joseph Victor von Scheffel

  8. Man kann beobachten, dass eines jeden Menschen Sehnsucht nach derjenigen Gegend reist, in welcher er das meiste und kräftigste Licht und die sattesten Farben wahrgenommen hat.

    Carl Spitteler

  9. Wer ist der glücklichste Mensch? Der fremdes Verdienst zu empfinden weiß und am fremden Genuss sich wie am eignen zu freun.

    Johann Wolfgang von Goethe

  10. Wie sind wohl die Menschen zu dem Begriff der Freiheit gelangt? Es war ein großer Gedanke.

    Georg Christoph Lichtenberg

  11. Jeder Mensch wird als Zwilling geboren – als der, der er ist und als der, für den er sich hält.

    Martin Kessel

  12. Der Mensch ist das Wesen, welches die oberste Stufe der sichtbaren Schöpfung einnimmt und das sich sogar für das Ebenbild Gottes ausgibt - worüber Gott sich jedoch nicht sehr geschmeichelt fühlen dürf …

    Johann Nepomuk Nestroy

  13. Wer bist du, Mensch? Ein Garten voller Disteln. Is nit gnug das. Eine Rose voller Dornen. Is noch nit gnug. Ein Himmel voller Finsternis.

    Abraham a Sancta Clara

  14. Der Müßiggang, nicht die Arbeit, ist der Fluch der Menschen

    Samuel Smiles

  15. Die Welt verstehen heißt für einen Menschen: Sie auf das Menschliche zurückführen, ihr ein menschliches Siegel aufdrücken.

    Albert Camus

  16. Die glücklichsten und die allerunglücklichsten Menschen sind im gleichen Maße zur Härte geneigt.

    Charles-Louis de Montesquieu

  17. Wir lernen die Menschen nicht kennen, wenn sie zu uns kommen, wir müssen zu ihnen gehen, um zu erfahren, wie es mit ihnen steht.

    Johann Wolfgang von Goethe

  18. Die Menschen begreifen gar nicht, wie ernst man sein muss, um heiter zu sein.

    Johann Wolfgang von Goethe

  19. Es ist von größter Wichtigkeit, dass Kinder arbeiten lernen. Der Mensch ist das einzige Tier, das arbeiten muß.

    Immanuel Kant

  20. Wer in der Welt gefallen will, muss sich entschließen, eine Menge Dinge zu lernen, die man von Leuten erfährt, die sie nie gelernt haben.

    Nicolas Chamfort