972 Sprüche — Seite 4
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Mit einem Menschen, der nur Trümpfe hat, kann man nicht Karten spielen.
— Christian Friedrich Hebbel
Das gute Beispiel ist nicht nur eine Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen. Es ist die einzige.
— Albert Schweitzer
Urteile von einem Menschen lieber von seinem Handeln als nach seinen Worten, denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich.
— Matthias Claudius
Jeder muss jemanden lieb haben. Die Tragödie ist, dass so viele Menschen sich selbst wählen.
— Albert Schweitzer
Das Mitgefühl mit allen Geschöpfen ist es, was Menschen erst wirklich zum Menschen macht.
— Albert Schweitzer
Einen innerlich freien und gewissenhaften Menschen kann man zwar vernichten, aber nicht zum Sklaven oder zum blinden Werkzeug machen.
— Albert Einstein
Achte auf die Stille und bewahre sie, denn sie bringt alle Träume des Menschen.
Die Menschen vergessen schneller den Tod ihres Vaters als den Verlust des Erbes.
— Nicolaus Machiavelli
Man kann das Gesicht eines Menschen kennen, aber nicht sein Herz.
Es gibt für den Menschen keine geräuschlosere und ungestörtere Zufluchtsstätte als seine eigenen Seele. Halte recht oft solche stille Einkehr und erneuere so dich selbst.
— Mark Aurel
Ein vernünftiger Mensch wird einer Hoffnung, die ins Wasser fiel, nie nachspringen
Nicht Sprüche sind es, woran es fehlt; die Bücher sind voll davon. Woran es fehlt, sind Menschen, die sie anwenden
— Epiktet
Ein jeder Mensch hat rechtmässigen Anspruch auf Achtung von seinen Nebenmenschen, und wechselseitig ist er dazu auch gegen jeden anderen verbunden.
— Immanuel Kant
Gerade bei Kleinigkeiten, bei welchen der Mensch sich nicht zusammennimmt, zeigt er seinen Charakter.
— Arthur Schopenhauer
Man kann gar wohl fragen: Was wäre der Mensch ohne Tiere? Aber nicht umgekehrt: Was wären die Tiere ohne den Menschen?
— Christian Friedrich Hebbel
Die Mehrzahl der Menschen ist so: Macht man ihnen bescheiden Platz, so werden sie unverschämt. Versetzt man ihnen aber Ellbogenstöße und tritt ihnen auf die Füße, so ziehen sie den Hut.
— Johann Nepomuk Nestroy
Ein Egoist ist ein Mensch, der nicht an mich denkt.
— Eugène Labiche
Das Wunderbare am Menschen ist, dass er wohl derselbe bleibt, aber nicht der gleiche.
— Wilhelm Raabe
Mach Freundschaft mit eines Menschen Güte, nicht mit seinem Gut
Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber dafür nichts zu tun.
— Kurt Tucholsky