972 Sprüche — Seite 10
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Beim Menschen ist kein Ding unmöglich, im Schlimmen wie im Guten
— Christian Morgenstern
Die Kunst ist ein Luxus, den der Mensch braucht.
— Bertolt Brecht
Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie "ich" sagen.
— Theodor W. Adorno
Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht; irgendeinem gefällt er.
— Christian Friedrich Hebbel
Das menschliche Denken ist wie eine trübe Flüssigkeit, die sich im Laufe der Jahrhunderte langsam klärt.
— Christian Morgenstern
Im Kampf gegen die Wirklichkeit hat der Mensch nur eine Waffe: die Fantasie.
— Théophile Gautier
Der Himmel auf Erden ist überall, wo ein Mensch von Liebe zu Gott, zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst erfüllt ist.
— Hildegard von Bingen
Wer sich ärgert, büßt die Sünden anderer Menschen
— Konrad Adenauer
Mensch: ein Lebewesen, so angetan von Illusionen über sich, dass es völlig vergißt, was es eigentlich sein sollte.
— Ambrose Bierce
Der Stolz ist bei allen Menschen gleich. Verschieden sind nur die Mittel und die Art, ihn an den Tag zu legen
— François de la Rochefoucauld
Mit einem Menschen, welcher den gekreuzigten Gottmenschen verehrt, ist immer noch mehr anzufangen als mit einem, der weder an die Menschen noch an die Götter glaubt.
— Gottfried Keller
Einzig um zu Besitz zu kommen bringt sich der Mensch durch Arbeit ins Grab
— Oscar Wilde
Seine Seele zeigt der Mensch nur in seinem Tun
— Reinhold Messner
Die Dummen braucht man weder man weder zu pflanzen noch zu säen; sie wachsen von ganz alleine.
Der Mensch bedarf der Teilnahme und Anregung, wenn etwas gelingen soll.
— Johann Peter Eckermann
Der Mensch steht heute vor der Alternative: Untergang des Menschen oder Wandlung des Menschen.
— Karl Theodor Jaspers
Der Mensch ist nicht das Produkt seiner Umgebung. Vielmehr ist seine Umgebung ein Produkt des Menschen.
— Benjamin Disraeli
Der Mensch rechnet immer das, was ihm fehlt, dem Schicksal doppelt so hoch an als das, was er besitzt.
— Gottfried Keller
Es sind viele Esel, die nicht Säcke tragen
— Christoph Lehmann
Der Mensch wird - wie der Bach - krumm, wenn er stets nur den geringsten Widerstand sucht.