972 Sprüche — Seite 9
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Gücklicherweise kann der Mensch nur einen gewissen Grad des Unglücks fassen; was darüber hinausgeht, vernichtet ihn oder lässt ihn gleichgültig.
— Johann Wolfgang von Goethe
Auch Buddha war zuerst nur ein gewöhnlicher Mensch
Ein Mensch kann sich durch seine Zunge zerstören.
Der beste Mensch wird manchmal zornig, kein Liebespaar kann immer kosen. Die schönsten Rosen selbst sind dornig, doch schlimm sind Dornen ohne Rosen.
— Friedrich von Bodenstedt
Ein Pessimist ist ein Mensch, dem nicht wohl zu Mute ist, wenn er sich wohl fühlt, weil er befürchtet, dass er sich schlechter fühlen wird, wenn er sich besser fühlt.
— George Bernard Shaw
Es ist absurd, die Menschen in gute und schlechte einzuteilen. Sie sind entweder amüsant oder langweilig.
— Oscar Wilde
Sein Prinzip ist überhaupt: was beliebt ist auch erlaubt; denn der Mensch als Kreatur hat von Rücksicht keine Spur.
— Wilhelm Busch
Für einen starken Menschen ist es oft sehr schwer, seine eigene Stärke zu ertragen.
— Fjodor M. Dostojewski
Der Mensch braucht Stunden, wo er sich sammelt und in sich hineinlebt.
— Albert Einstein
Dem Ochsen gibt das Wasser Kraft. Der Mensch trinkt Bier und Rebensaft. Drum trinken wir nur Bier und Wein, denn wer will schon ein Rindvieh sein!
Früher oder später, aber gewiss immer, wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selber ist.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Wer sich ärgert, büßt die Sünden anderer Menschen
— Konrad Adenauer
Der Stolz ist bei allen Menschen gleich. Verschieden sind nur die Mittel und die Art, ihn an den Tag zu legen
— François de la Rochefoucauld
Mit einem Menschen, welcher den gekreuzigten Gottmenschen verehrt, ist immer noch mehr anzufangen als mit einem, der weder an die Menschen noch an die Götter glaubt.
— Gottfried Keller
Der Mensch ist am phantasievollsten in seinen Rechtfertigungen.
— Ernst Moritz Arndt
Der Mensch ist derart in den Menschen verliebt, dass er, wenn er der Stadt entflieht, doch wieder die Menge sucht, d. h., er will die Stadt auch auf dem Lande wiederherstellen.
— Charles Baudelaire
Mensch: ein Lebewesen, so angetan von Illusionen über sich, dass es völlig vergißt, was es eigentlich sein sollte.
— Ambrose Bierce
Ich kenne noch keine bessere Definition für das Wort 'Kunst' als diese: Kunst - das ist der Mensch!
— Vincent van Gogh
Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt - durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen.
— Ernest Miller Hemingway
Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht; irgendeinem gefällt er.
— Christian Friedrich Hebbel