972 Sprüche — Seite 11
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Der Mensch wird - wie der Bach - krumm, wenn er stets nur den geringsten Widerstand sucht.
Der Mensch ist der Spiegel der Welt. Von ihm hängt es ab, ob das Spiegelbild klar oder beschlagen ist.
— Wilhelm Raabe
Mäßigkeit und Arbeit sind die wahren Ärzte des Menschen
— Jean-Jacques Rousseau
Des Menschen Leben ist ein kurzes Blühen und ein langes Welken.
— Ludwig Uhland
Einem blöden Menschen nützt es überhaupt nichts, ihm dauernd zu sagen, dass er blöd ist, weil er viel zu blöd dazu ist, das zu begreifen!
— Joseph Conrad
Ruhm ist ein Gift, das der Mensch nur in kleinen Dosen verträgt
— Honoré de Balzac
Nur wer den Menschen liebt, wird ihn verstehen. Wer ihn verachtet, wird ihn nicht einmal sehen
— Christian Morgenstern
Ein gescheiter Mensch muss so gescheit sein, Leute anzustellen, die viel gescheiter sind als er.
— John F. Kennedy
Es gibt keinen Menschen ohne Kummer. Gibt es einen solchen, dann ist er kein Mensch.
Mensch lerne, lerne, frage, frage und schäm dich nicht zu lernen und zu fragen.
— Philippus Theophrastus Paracelsus
Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genauso töten wie mit einer Axt.
— Heinrich Zille
Warum bekommt der Mensch die Jugend in einem Alter, in dem er nichts davon hat?
— George Bernard Shaw
Kenntnisse müssen dem Glück dienen - der Vereinigung der Menschen, nur dann sind sie wichtig.
— Leo Tolstoi
Es sind nicht die Tatsachen selbst, die menschliches Verhalten steuern, sondern es ist die Meinung, die sich der Mensch über Tatsachen bildet.
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Wo der Bauer arm ist, ist das ganze Land arm.
Die Seele liebt in allen Dingen das diskrete Maß. Deshalb soll sich der Mensch in allen Dingen selbst das rechte Maß auferlegen.
— Hildegard von Bingen
Der Mensch rechnet immer das, was ihm fehlt, dem Schicksal doppelt so hoch an als das, was er besitzt.
— Gottfried Keller
Der Mensch ist nicht das Produkt seiner Umgebung. Vielmehr ist seine Umgebung ein Produkt des Menschen.
— Benjamin Disraeli
Der Mensch ist nun einmal zur Freude geboren! Kann er sich nicht über seine eigene Schönheit freuen, so freut er sich gewiss über die Hässlichkeit der anderen.
— Franz Edler von Pernwald Schönthan
Es ist doch unter aller Menschenwürde, krank und abhängig zu sein.
— Franziska Gräfin zu Reventlow