707 Sprüche — Seite 10
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
So wie ein Hund unfähig ist, sich einen Wurstvorrat anzulegen, so sind Sozialdemokraten unfähig, Geldvorräte anzulegen.
— Franz Josef Strauß
Geld zu haben heißt, sich dreissig Jahre Würde zuzulegen.
Freundlichkeit verpflichtet mehr als eine Anleihe
Ein Steckenpferd frisst mehr als zehn Ackergäule.
Ich kann es mir leisten, meine Zeit mit Geldverdienen zu vergeuden.
— Jean Louis Agassiz
Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit, Geld zu verdienen.
— John D. Rockefeller
Geld: der beste Köder um nach Menschen zu fischen.
— Thomas Fuller
Pfennig ist Pfennigs Bruder.
Jede Wirtschft beruht auf dem Kreditsystem, der irrtümlichen Annahme, der andere werde gepumptes Geld zurück zahlen
— Kurt Tucholsky
Geld kann dir nur Jener geben, der es hat. Anders verhält es sich mit dem Ehrenwort.
— Eleonore van der Straten-Sternberg
Alles Göttliche und alles Schöne ist schnell und leicht. Oder sammelt die Freude sich etwa so wie Geld und andere Materien durch ein konsequentes Betragen?
— Friedrich von Schlegel
Wer von der Bausucht befallen wurde, braucht keinen anderen Gegner, um sich zugrunde zu richten.
Der höchste Sinn von Kapital ist nicht, mehr Geld zu machen, sondern das Geld dazu zu bringen, mehr für die Verbesserung des Lebens zu tun
— Henry Ford
Eine Spanne Zeit kann nicht mit einer Spanne Gold gekauft werden.
Manche Menschen gehen mit dem Geld um, als müsste es vernichtet werden.
— Else Pannek
Almosen, das von Herzen kommt, dem Geber wie dem Nehmer frommt.
Besser arm in Ehren als reich mit Schanden.
Das Vermögen, das du benutzt, geht zu Ende. Wissen, wenn du es benutzt, vermehrt sich.
Finanzleute sind langweilige Menschen. Sie sehen Pläne mit einen einzigen Gedanken an: Wieviel Geld kann man dabei herausschlagen?
— John Knittel
Es ist besser, die Armen sitzen vor deiner Tür, als du vor ihrer.