707 Sprüche — Seite 11
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Finanzleute sind langweilige Menschen. Sie sehen Pläne mit einen einzigen Gedanken an: Wieviel Geld kann man dabei herausschlagen?
— John Knittel
Das Vermögen, das du benutzt, geht zu Ende. Wissen, wenn du es benutzt, vermehrt sich.
Besser arm in Ehren als reich mit Schanden.
Almosen, das von Herzen kommt, dem Geber wie dem Nehmer frommt.
Manche Menschen gehen mit dem Geld um, als müsste es vernichtet werden.
— Else Pannek
Eine Spanne Zeit kann nicht mit einer Spanne Gold gekauft werden.
Der höchste Sinn von Kapital ist nicht, mehr Geld zu machen, sondern das Geld dazu zu bringen, mehr für die Verbesserung des Lebens zu tun
— Henry Ford
Das Geld, das man besitzt ist das Mittel zur Freiheit - dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.
— Jean-Jacques Rousseau
Großen Frieden trennt ein klein Säcklein mit Gold.
Vermögen um den Preis der Gesundheit zu erwerben, heißt, sich die Füße abschneiden, um dafür ein paar Stiefel zu kaufen.
— Prentice Mulford
Moderne Kapitalisten sind freundliche Ausbeuter, moderne Sozialisten unfreundliche Austeiler.
— Wladimir Iljitsch Lenin
Wohlstand ist eine Grundlage, aber kein Leitbild für die Lebensgestaltung. Ihn zu bewahren ist noch schwerer, als ihn zu erwerben.
— Ludwig Erhard
Es gibt gebildete Kreise, denen es nicht an Geld fehlt, wohl aber an Bildung.
— Otto Weiss
Lieber Geld verlieren als Vertrauen.
— Robert Bosch
Was sich nicht verkaufen lässt, will ich nicht erfinden.
— Thomas Alva Edison
Steuern sind ein erlaubter Fall von Raub.
— Thomas von Aquin
Einem warf ich im Schiffbruch ein Brett zu. Vom Tode gerettet, sprach er: "Was kostet das Brett? Dankbar bezahl' ich das Holz!"
— Christian Friedrich Hebbel
Wer Geld besitzt, dem drohen Diebe, er schlummert nie in Sicherheit, viel sichrer schläft die Zärtlichkeit bei Aktien der Liebe.
— Anna Luise Karsch
Was macht man nicht alles fürs Geld! sprach der Narr, da sah er einen Affen.
Der Mildtätige gibt sich reich, der Geizige nimmt sich arm.