Sprüche über Geld
760 Sprüche — Seite 32
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Nicht umsonst führen die Staaten mit Vorliebe ein Raubtier im Wappen.
— Carl Spitteler
Aktionäre sind dumm und frech: Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie Dividende haben wollen.
— Carl Fürstenberg
Das wahre Glück kostet nicht viel. Wenn es teuer ist, ist es von schlechter Qualität.
Besser ohne Abendessen zu Bette gehen als mit Schulden aufstehen
Freundlich abschlagen ist besser denn mit Unwillen geben.
Wer akzeptiert, muss bezahlen.
Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.
Mit anderer Sachen muss man behutsamer umgehen als mit seinen eigenen.
Der Arme behält seine Hühner, der Reiche seine Tochter nicht lange.
Reicher Leute Krankheit und armer Leute Braten riecht man weit.
Es gilt mir gleich eine Arme oder eine Reiche, wenn sie nur Geld hat!
Die Armen müssen tanzen, wie die Reichen pfeiffen.
Die Armen helfen die Füchse fangen, die Reichen in den Pelzen prangen.
Der Arme isst, wann er was hat, der Reiche, wann er will.
Armer Leute Gäste gehen früh nach Haus.
Gift findet man nicht in armer Leute Küchen.
Es verdirbt viel Weisheit in eines armen Mannes Tasche.
Wer Armut ertragen kann, ist reich genug.
Der Armut geht wenig ab, dem Geize alles.
Armut und Alter, das sind zwei schwere Bürden, es wär' an einer genug.