707 Sprüche — Seite 9
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Verbrecher verlangen Geld oder Leben, Frauen beides.
— Samuel Butler
Der Edle sieht bei einer Gabe auf die Gesinnung des Gebers, nicht auf den Wert der Gabe.
— Plutarch
Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.
— John Ruskin
Wer das Geld liebt, wird nicht satt, wer den Ruhm sucht, wird nicht gesättigt.
— Bernhard von Clairvaux
Der Steuerzahler erhält buchstäblich nichts dafür, dass er sein Leben in tatsächlicher Sklaverei verbringt, um die Regierung zu erhalten.
— Sir Arthur Conan Doyle
Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können
— Theodor Fontane
Wer gut schlafen will, kauft Anleihen, wer gut essen will kauft Aktien.
— John D. Rockefeller
Es gibt zählbare und fühlbare Reichtümer
— Else Pannek
Reich macht dich nicht die Summe deiner Einkünfte - sondern die Summe der von dir gebrachten Opfer.
— Antoine de Saint-Exupéry
Alles Göttliche und alles Schöne ist schnell und leicht. Oder sammelt die Freude sich etwa so wie Geld und andere Materien durch ein konsequentes Betragen?
— Friedrich von Schlegel
Junges Blut, spar dein Gut. Armut im Alter wehe tut.
Geld kann dir nur Jener geben, der es hat. Anders verhält es sich mit dem Ehrenwort.
— Eleonore van der Straten-Sternberg
Jede Wirtschft beruht auf dem Kreditsystem, der irrtümlichen Annahme, der andere werde gepumptes Geld zurück zahlen
— Kurt Tucholsky
Pfennig ist Pfennigs Bruder.
Geld: der beste Köder um nach Menschen zu fischen.
— Thomas Fuller
Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit, Geld zu verdienen.
— John D. Rockefeller
Ich kann es mir leisten, meine Zeit mit Geldverdienen zu vergeuden.
— Jean Louis Agassiz
Wer den Daumen auf dem Beutel hat, der hat die Macht.
— Otto von Bismarck
Freundschaft ist wie Geld, leichter gewonnen als erhalten.
— Samuel Butler
Von Sparsamkeit zu leichtsinnigem Geldausgeben überzugehen ist leicht; schwer aber ist es, von leichtsinnigem Geldausgeben zu Sparsamkeit über zugehen.