707 Sprüche — Seite 8
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Für alles im Leben muss man bezahlen. Und je später man es tut, desto höher werden die Zinsen
— John Steinbeck
Versuchungen bekämpft man am besten mit Geldmangel und Rheumatismus
— Joachim Ringelnatz
Ein freundliches Wort kostet nichts, und dennoch ist es das Schönste aller Geschenke
— Daphne du Maurier
Geld erwerben, erfordert Klugheit; Geld bewahren erfordert eine gewisse Weisheit, und Geld schön auszugeben, ist eine Kunst.
— Berthold Auerbach
Das große Geschäft ist das Geld der anderen!
— Alexandre Dumas
Geld verdienen ist schon schwer, Geld erhalten noch viel mehr
— Wilhelm Busch
Die Fähigkeit, auf welche die Menschen den meisten Wert legen, ist die Zahlungsfähigkeit
— Oscar Blumenthal
Aufmerksamkeit auf einfache kleine Sachen zu verschwenden, die die meisten vernachlässigen, macht ein paar Menschen reich.
— Henry Ford
Mit tierischer Geschäftigkeit häuft man einen Berg von Reichtum an, das Leben aber bleibt dabei arm.
— Epikur
Ich mache mir immer wieder Vorwürfe, dass meine Malerei nicht wert ist, was sie kostet.
— Vincent van Gogh
Die Familie ist ein steuerlich begünstigter Kleinbetrieb zur Fertigung von Steuerzahlern.
— Friedrich von Schlegel
Der ärmste Mensch, den ich kenne, ist der, der nichts hat außer Geld.
— John D. Rockefeller
Ich würde gern leben wie ein armer Mann mit einem Haufen Geld
— Pythagoras
Jede Wirtschaft beruht auf dem Kredit-System, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andere werde gepumptes Geld zurückzahlen
— Kurt Tucholsky
Der Geizige spricht gewöhnlich nur von seinen Ausgaben, der Verschwender von seinen Einnahmen.
Was Ungeduld ist, kann nur der ermessen, der einen steinreichen, kranken Erbonkel hat.
— Mark Twain
Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.
— John Ruskin
Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können
— Theodor Fontane
Der Steuerzahler erhält buchstäblich nichts dafür, dass er sein Leben in tatsächlicher Sklaverei verbringt, um die Regierung zu erhalten.
— Sir Arthur Conan Doyle
Der Edle sieht bei einer Gabe auf die Gesinnung des Gebers, nicht auf den Wert der Gabe.
— Plutarch