Sprüche über Geld
760 Sprüche — Seite 29
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Man muss das Geld von den Leuten nehmen, von den Bäumen schütteln kann man es nicht.
Schlechtes Geld kommt immer wieder.
Es ist alle Tage gut Geld annehmen.
Bei Geld ist gut wohnen.
Wer Geld in der Tasche hat, braucht keinen Staat zu machen.
Geliehen Geld soll man lachend bezahlen.
Sein Geld ist so dumm wie er.
Er hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.
Man kann sich doch kein Geld aus den Rippen schneiden.
Gold liegt tief im Berge, aber der Kot am Wege.
Es ist nicht alles Gold, was da gleißt.
Wenn Gold redet, schweigt alle Welt.
Ein Quentlein Gold wiegt mehr als ein Zentner Recht.
Wo man mit goldenen Büchsen schießt, da hat das Recht sein Schloß verloren.
Gold geht durch alle Türen, ausgenommen durch die Himmelstüre.
Viel Kreuzer machen den Gulden.
Liebe kann viel, Geld kann alles.
Mein Pfennig ist deines Pfennigs Bruder.
Der gestohlene Pfennig gilt so viel als ein anderer.
Ein ersparter Pfennig ist so gut wie der erworbene.