Sprüche über Geld
760 Sprüche — Seite 34
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Wer will wohl und selig sterben, lass sein Gut den rechten Erben
Viele Erben machen schmale Teile.
Wer einen Heller erbt, muss einen Taler bezahlen.
Du hast noch kein Erbe mit ihnen geteilt!
Wenn nicht viel im Fass ist, kann man nicht viel daraus zapfen
Man soll nicht feilschen, was man nicht kaufen will
Gib nie das Fell, wo du mit der Wolle zahlen kannst
Die Liebe zum Profit beherrscht die ganze Welt.
— Aristophanes
Geht der Wein aus, hört das Gespräch auf, geht das Geld aus, bleiben die Freunde aus.
Wo ein schöner Fleck ist, da schmeißt der Teufel ein Kloster hin oder einen Edelmann
Fragen kostet kein Geld und wird einem kein Zahn davon stumpf
Was die Frau erspart, ist so gut, als was der Mann erwirbt
Wenn der Mann einlöffelt und die Frau ausscheffelt, muss die Wirtschaft zugrunde gehen
Eine Frau kann mit dem Fingerhut mehr verschütten, als der Mann mit dem Eimer schöpfen kann
Die Frau kann mit der Schürze mehr aus dem Hause tragen, als der Mann mit dem Erntewagen einfährt.
Freiheit und eigener Herd sind großes Geldes wert
Man muss mit fremden Sachen behutsamer umgehen als mit seinen eigenen
Eine Kuh im Frieden ist besser als drei im Kriege
Besser ein Ei im Frieden als ein Ochs im Kriege
Fried und ein neugebautes Haus sind nimmer zu teuer