November Sprüche
1057 Sprüche — Seite 24
Wer eine neue wissenschaftliche Wahrheit entdeckt, musste vorher fast alles, was er getan hatte, zerstören.
— José Ortega y Gasset
Lass uns heute Träume pflücken von dem Lebensbaum. Morgen ist es vielleicht zu spät, und alles bleibt ein Traum.
Ein Tontopf wird früher oder später brechen, ein Feldherr früher oder später fallen.
Viele Werke der Alten sind Fragmente geworden. Viele Werke der Neueren sind es gleich bei der Entstehung.
— Friedrich von Schlegel
Rosen pflücke, Rosen blühn Morgen ist nicht heut! Keine Stunde laß entfliehen, Flüchtig ist die Zeit!
— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Was wäre das Leben ohne Hoffnung? Ein Funke, der aus Kohle springt und verlischt.
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Schönheit ist Gesetzmäßigkeit. Schönheit erscheint, solange die Gesetzmäßigkeit empfunden wird. Sie schwindet, wenn unsere Sinne die Gesetzmäßigkeit nicht mehr erkennen.
— Walter Rathenau
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.
— Friedrich von Schiller
Das Leben besteht nicht aus siebzig Jahren, sondern die siebzig Jahre bestehen aus einem fortwehenden Leben, und man hat allemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wann man will.
— Jean Paul
Das Alte wird nie alt, es wird nur alt das Neue.
— Friedrich Rückert
Alles, was in der Welt verdorben worden ist, das ist aus guten Gründen verdorben worden.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Gebraucht die Zeit, sie geht so schnell von hinnen, doch Ordnung lehrt euch Zeit gewinnen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Ein jeder Tag bricht dir was ab von deiner Schönheit bis ins Grab.
— H. J. Christoph von Grimmelshausen
Tröste dich, die Stunden eilen, und was all dich drücken mag, auch die schlimmste kann nicht weilen, und es kommt ein anderer Tag.
— Theodor Fontane
Sobald die Demokratie das, was sie sucht, die Gleichheit, erreicht hat, so gibt sie wohlfreien Preises die Freiheit auf
— Francois René de Chateaubriand
Tadel ist dem Künstler weit nützlicher als Lob: wer vom Tadel zu Grunde geht, war dieses Unterganges wert. Nur wen er fördert, hat die wahre innere Existenzberechtigung.
— Richard Wagner
Das Glück ist kein Geschenk- nur ein Darlehen.
— Theodor Fontane
Ein jeder Kelch verschäumt, das Schönste welkt, und nichts auf Erden währt.
— Rupert Johann Hammerling
Helden leben gern. Sie wissen wie kostbar und verletzlich Leben ist, haben Herz und Rückgrat es zu schützen.
— Else Pannek
Republiken enden durch Luxus, Monarchien durch Armut
— Charles-Louis de Montesquieu
Die Zeit ist schnell, noch schneller ist das Schicksal. Wer feig des einen Tages Glück versäumt, er holt’s nicht ein, und wenn ihn Blitze trügen
— Theodor Körner
Wie schnell der Dank der Menschen doch verweht und Undank wird!
— Sophokles
Wehe, die Welt ist alt, und der Abend für die menschlichen Dinge ist gekommen; und wer jetzt geboren wird, erhält Vernunft und Bewegung zu spät.
— Giacomo Leopardi
Die Folianten vergilben, der Städte gelehrter Glanz erbleicht, aber das Buch der Natur erhält jedes Jahr eine neue Auflage.
— Hans Christian Andersen
Man glaub gewöhnlich, es gibt keine Steigerungsform von tot. Diese gibt es aber doch: ausgestorben
— Martin Kessel
Wie schnell alle Sterne verschwinden, sobald sich die Sonne erhebt.
— Friedrich von Bodenstedt
Mit jeder untergehenden Monarchie verdunkelt sich der Himmel, denn er verliert einen Stern. Republik, das ist freigesetzte Scheußlichkeit
— Anatole France
Wir sind das, was dann übrig bleibt, wenn das Vergängliche von uns genommen ist.
— Karl Robert Eduard von Hartmann
Das Leben ist wie ein geschicktes Zahnausziehen. Man denkt immer, das Eigentliche sollte erst kommen, bis man plötzlich sieht, das alles vorbei ist
— Otto von Bismarck
Auch Quellen und Brunnen versiegen, wenn man zu oft aus ihnen schöpft
— Demosthenes
Liebe verhungert nicht, aber sie stirbt oft an Verdauungsstörung.
— Anne Lenclos
Es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss zu springen. Auch wenn wir in dieselben Flüsse steigen, fließt immer anderes Wasser herbei
— Heraklit von Ephesos
Das Geschwätz zweier Menschen kann Häuser zum Einsturz bringen.
Karriere ist ein Pferd, das ohne Reiter vor dem Tor der Ewigkeit anlangt.
— Thomas Hobbes
Selbst ein dickes Seil fängt an einem Faden zu faulen an
Vor der Ewigkeit ist alles nichtig.
— Michail Bakunin
Wer die Zeit verklagen will, dass so zeitig sie verraucht, der verklage sich nur selbst, dass er sie nicht zeitig braucht
— Friedrich von Logau
Wie kurz ist das Leben. Und warum wollen wir es mit unseren Beängstigungen noch mehr verkürzen?
— Ludwig Tieck
Einer schlechten Sache müssen ihre Gegner nur unbegrenzten Spielraum lassen, sich selbst zugrunde zu richten.
— Richard Rothe
Die Lust der Zerstörung ist gleichzeitig eine schaffende Lust.
— Michail Bakunin