824 Sprüche — Seite 13
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit schließen sich dabei nicht aus – Glaube beginnt oft genau dort, wo Kontrolle endet und der Mensch sich dennoch nicht verloren gibt.
Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?
— Friedrich Nietzsche
Wer Gott zum Freunde hat, dem schadet keine Kreatur.
Not lehrt beten - und seinen Verstand gebrauchen.
— Sebastian Kneipp
Der Teufel des einen ist anständiger als der Gott des andern.
— Emil Gött
Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich klein; ob aus Langmut er sich säumet, bringt mit Schärf' er alles ein.
— Friedrich von Logau
Denn von Gottes hoher Liebe Ist nicht menschliche verschieden; Beide sind nur Güte, Hoffnung, Glauben, Stärke, Freude, Frieden.
— Richard Ritter Kralik von Meyrswalden
Kann man ein Heiliger sein ohne Gott? Das ist das einzige konkrete Problem, das ich heute kenne.
— Albert Camus
Für Dich könnte ich sterben. Mein Glaubensbekenntnis ist Liebe und Du bist sein Lehrsatz. Du hast mich hingerissen mit einer Kraft, der ich nicht widerstehen kann. Ich kann ohne Dich nicht atmen.
— John Keats
Trost wohnt im Himmel, und wir sind auf Erde wo nichts als Kreuz, als Sorg' und Kummer lebt
— William Shakespeare
Mancher hat das Evangelium im Munde und den Teufel im Herzen.
Was Gott will erhalten, das kann nicht erhitzen noch erkalten.
Wahre Religion ist, keinen anderen Willen zu haben als den Willen Gottes.
— Florence Nightingale
Dass in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig
— Georg Christoph Lichtenberg
Wer sich des Brotes freuen will, muss guten Teig sich kneten, wer sich des Gartens freuen will, der muss das Unkraut jäten. Wer sich des Lebens freuen will, muss arbeiten und beten.
— Robert Reinick
Gott ist nur ein erdachtes Wort, die Welt uns zu erklären.
— Alphonse de Lamartine
Lass die Winde stürmen auf des Lebens Bahn, ob sie Wogen türmen gegen deinen Kahn: Schiffe ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht: Gott ist dein Begleiter, er verläßt dich nicht.
Setze den Gott, mit dem du unzufrieden bist, immerhin ab, sorg aber für einen würdigeren Thronfolger.
— Emil Gött
Wo man viel von Frömmigkeit sagt, da ist man selten fromm
Was kümmert die Kirche die Tyrannei missratener Könige, sofern sie an deren Macht teilhat!
— Claude-Adrien Helvetius
Die Gottesvorstellung der Menschen ist ihr ideal verwirklichtes Streben nach Vollkommenheit.
— Alfred Adler