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Sprüche über Glauben

868 Sprüche — Seite 36

Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.

Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit schließen sich dabei nicht aus – Glaube beginnt oft genau dort, wo Kontrolle endet und der Mensch sich dennoch nicht verloren gibt.

  1. Die Theologie nimmt in der Religion etwa denselben Platz ein wie die Gifte unter den Nahrungsmitteln.

    Napoleon

  2. Es gibt zwei Leute, die ich zufrieden stellen muß. Gott und Garfield. Mit Garfield muss ich hier leben, mit Gott im Jenseits.

    James A. Garfield

  3. Der Pastor baut den Acker Gottes und der Arzt den Gottesacker.

    Georg Christoph Lichtenberg

  4. Willst du den Himmel gewiss haben, so tauge etwas für die Erde.

  5. Der Aberglaube ist die einzige Religion, deren niedere Seelen fähig sind.

    Joseph Joubert

  6. Du willst mit nüchternem Verstand das Göttliche beweisen? Das heißt, nach einem Fabelland auf Eisenbahnen reisen.

    Otto von Leixner

  7. Der nächste Weg zu Gott ist durch der Liebe Tür, die Wissenschaft bringt dich nur langsam für

    Angelus Silesius

  8. Begierig glaubt die Liebe, was sie wünscht.

    Jean Racine

  9. Traget Holz und lasset Gott kochen.

    Joseph von Radowitz

  10. Der einzige Trost ist, dass Lügen vielen Menschen Brot geben und niemand gezwungen ist, sie zu glauben.

    Karl Julius Weber

  11. Die Predigten sind Kehrbesen, die den Unrat von acht Tagen aus den Herzen der Zuhörer herausfegen.

    Jean Paul

  12. Der Buchstabe ist nicht der Geist, und die Bibel ist nicht die Religion.

    Gotthold Ephraim Lessing

  13. Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die religiösen sind's weniger, als sie meinen.

    Franz Grillparzer

  14. Nimm das Gebet aus der Welt, und es ist, als hättest du das Band der Menschheit mit Gott zerrissen, die Zunge des Kindes gegenüber dem Vater stumm gemacht.

    Gustav Theodor Fechner

  15. Ich bin immer töricht gewesen, an das Gute im Menschen zu glauben.

    Paul Gauguin

  16. Ich will aufhören, an Gott zu glauben, wenn ich sehe, dass ein Baum ein Gedicht macht und ein Hund eine Madonna malt; eher nicht.

    Christian Friedrich Hebbel

  17. Ist es nicht sonderbar, dass die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?

    Georg Christoph Lichtenberg

  18. Des Glaubens Sonde ist der Zweifel.

    Johann Gottfried Seume

  19. Aberglaube ist die Form der Ehrfurcht, die selbst den Zufall als eine Anordnung höherer Mächte anerkennt.

    Carl Ludwig Schleich

  20. Darin liegt der Adel und die Schönheit des Glaubens: dass wir das Herz haben, etwas zu wagen.

    John Henry Newman