824 Sprüche — Seite 7
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit schließen sich dabei nicht aus – Glaube beginnt oft genau dort, wo Kontrolle endet und der Mensch sich dennoch nicht verloren gibt.
Gott befiehlt uns bloß, die Netze auszuwerfen, nicht aber, Fische zu fangen, weil er es ist, der sie ins Netz gehen lässt
— Vinzenz von Paul
Man kann wissen, dass man nicht alles glauben soll, doch sollte man nicht glauben, dass man alles wissen kann.
— Josef Bordat
Politik in der Kirche gibt den denkbar übelsten Missklang und verbreitet die widerlichsten Gerüche.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Wenn auch alle Lichter der Welt erlöschen, der Lichtgedanke lebt doch: Es gibt einen Gott.
— Henrik Johan Ibsen
Wer sich an die Kirche lehnt, dem fällt leicht ein Götze auf den Kopf.
Das Gebet ändert nicht Gott, sondern den Betenden
— Sören Kierkegaard
Du weißt es, die Religionen sind wie die Leuchtwürmer: Um zu leuchten, bedürfen sie der Dunkelheit.
— Arthur Schopenhauer
Alle Unordnung des inneren und des äußeren Menschen wird geordnet in der Gelassenheit, in der man sich läßt und Gott überläßt.
— Eckhart von Hochheim
Es ist selten, dass ein Mensch weiß, was er eigentlich glaubt.
— Oswald Spengler
Wo die Zeit nie hinkam, wo hinein nie ein Bild leuchtete, in dem Innigsten und Höchsten der Seele schafft Gott seine Welt.
— Eckhart von Hochheim
Nicht jeder, der von einem Engel erleuchtet wird, erkennt, dass er von einem Engel erleuchtet wird.
— Thomas von Aquin
Bereite dich auf den Tod vor, das will besagen: bereite dich auf die Freiheit vor.
Wer unter Menschen nur einen Engel sucht, der findet kaum Menschen. Wer aber unter Menschen nur Menschen sucht, der findet gewiss einen Engel.
— Gottlieb Moritz Saphir
Die Kirche Roms hat durch die Einführung des Weihnachtsfestes das Christentum gerettet.
— Paul de Lagarde
Nichts ist mächtiger als ein Mensch, der betet: denn durch das Gebet wird er der Macht Gottes teilhaftig
— Johannes Chrysostomos
Glauben und Wissen verhalten sich wie zwei Schalen einer Waage: In dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.
— Arthur Schopenhauer
Zu glauben ist schwer. Nichts zu glauben ist unmöglich.
— Victor-Marie Hugo
Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Heuchler fastet, damit man ihn lobe; der Geizhals, damit man seine Börse fülle; der Gerechte, um Gott zu gefallen.
— Antonius von Padua
Am Dasein Gottes können nur blasierte Toren zweifeln
— Werner von Siemens