824 Sprüche — Seite 45
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Die Sprüche dazu zeigen, wie eng Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit miteinander verbunden sind und warum Glaube oft dort beginnt, wo Kontrolle endet.
Allmächtiger Vater, gib uns die Gnade, so zu beten, dass wir Gehör verdienen.
— Jane Austen
Wem die Natur versagt, Genius oder Künstler zu sein, der kann und soll danach streben, zu den Heiligen zu gehören
— Malwida von Meysenbug
Wo die Erde wankt und Menschenwerk und Glück zusammenstürzt, da baut der Glaube auf den Trümmern weiter, und keine äußere Macht erschüttert seinen Grund!
— Wilhelmine von Hillern
Kirchen gibt es hier genug. Aber fromme Augen sehe ich so wenig.
— Paula Modersohn-Becker
Die äußerliche und unberechtigte Herrschaft der Kirche muss gebrochen werden, bevor die innerliche und berechtigte Herrschaft der Religion beginnen kann
— Manfred Kyber
Die Wissenschaft leitet uns Schritt für Schritt durch das ganze Ausmaß der Schöpfung, bis wir schließlich doch zu Gott gelangen.
— Margarete von Valois
Ein Stern, den Gott entzündet, ist jedes Menschen Herz.
— Friedrich Julius Hammer
Hätte man Verstand, brauchte man keine Gottheit; so aber macht man dich, Schicksal, zur himmlischen Göttin.
— Juvenal
Glaube an Gott und verehre ihn, aber forsche ihm nicht nach; denn dadurch erreichst du weiter nichts.
— Philemon
Religion ist die philosophische Poesie der Welt. Bei ihrer Gestaltung waren die poetischen und philosophischen Kräfte des Menschen zugleich tätig. Sie zu missachten ist darum immer eine Rohheit.
— August Pauly
Das Reich Gottes ist weder Schwärmen noch schöngeistiges Genießen, sondern Wirken in Liebe und Weisheit, in Schönheit und Güte.
— Friedrich Lienhard
Wir selber, wir Menschen – das Göttliche in uns – müssen an unserem eigenen Teil vollbringen das schwere Werk der Verklärung und Vergeistigung dieser Erbmasse. Niemand befreit uns davon. Gott ist in …
— Friedrich Lienhard
Wir dürfen die Verbindung mit dem Ewigen nicht verlieren, in dessen Odem doch zuletzt unser Tiefstes lebt.
— Friedrich Lienhard
Wenn wir das Leben lieben, sollten wir den Tod nicht fürchten, denn er kommt aus derselben Hand.
— Michelangelo
Fortschritt, Fortschritt ist das Gesetz der Natur; nach Gott sollte es dein ewiger Leitstern sein
— Booker T. Washington
Wer das irdische Leben nicht erst nimmt, nimmt Gott nicht ernst.
— Hildegard Waach
Wenn man doch immer bedenken wollte, dass die Religion mehr Sache des Gewissens als des Wissens ist!
— Friedrich Polack
Die Wissenschaft will nur glauben, was sie weiß, die Kirche nur wissen, was sie glaubt.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Die Kirche sagt: Die Erde ist eine Scheibe. Ich aber weiß, dass sie rund ist, da ich ihren Schatten auf dem Mond gesehen habe; und ich habe mehr Vertrauen in einen Schatten, als in die Kirche.
— Ferdinand Magellan
Aus der Theologie wird man zur Philosophie, aus der Philosophie zur Religion geführt.
— Walter Calé