Sprüche über Glauben
868 Sprüche — Seite 38
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit schließen sich dabei nicht aus – Glaube beginnt oft genau dort, wo Kontrolle endet und der Mensch sich dennoch nicht verloren gibt.
Ein jeder Christ, der sich durch die Einwürfe der Ungläubigen ins Wanken bringen lässt und sich über sie ereifert, hat einen Fuß in der selben Grube mit ihnen
— Pierre Bayle
Es gehört viel zur Haushaltung, aber noch mehr zur Frömmigkeit
Fromme Leute sitzen weit auseinander
Fromme Leute müssen täglich Lehrgeld zahlen
Ein Stein ist auch fromm, doch stößt man sich übel daran
Die meisten Menschen treiben die Religion, wie man ein Handwerk treibt; sie ist aber durchaus eine freie Kunst.
— Christian Friedrich Wilhelm Jacobs
Sollte nicht der Mensch seine Ideen von Gott ebenso zweckmäßig weben können, wie die Spinne ihr Netz zum Fliegenfang?
— Georg Christoph Lichtenberg
Ein jeder Aberglaube versetzt uns ins Heidentum.
— Justus Freiherr von Liebig
Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet trotz aller Aufklärung nur dem Aberglauben in die Hände, und mit dem Aufhören der Gottesfurcht beginnt die Entfesselung aller Leidenscha …
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Der wahre Zweck von Religion soll sein, die Grundsätze der Sittlichkeit tief in die Seele einzudrücken.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Es geschieht nur zu oft, dass die Frömmigkeit durch äußere Formen erstickt und das göttliche Licht von den Meinungen der Menschen verdunkelt wird.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Du bist für den Himmel unterwegs. Je mehr du ausgibst, desto mehr wirst du einnehmen.
— Hugo Ball
Der, der glaubt, hat keine Eile.
— Jens Peter Jacobsen
Der Glaube an einen lenkenden, strafenden Gott ist die letzte große Illusion der Menschheit, und was, wenn auch diese verloren ist? Dann ist sie klüger geworden - aber reicher, glücklicher?
— Jens Peter Jacobsen
Gott ist nahe, wo die Menschen einander Liebe zeigen
— Johann Heinrich Pestalozzi
In dem Glauben an das ideale ist alle Macht wie alle Ohnmacht der Demokratie begründet.
— Christian Matthias Theodor Mommsen
Um Wunder zu erleben, muss man an sie glauben
— Carl Ludwig
Es gefällt dem Herrn, in der Nacht zu kommen. Darum fürchte die Nacht nicht.
— Johann Heinrich Jung-Stilling
Jedesmal, wenn man ein eifriges Gebet an den Herrn richtet, gewinnt man Güter, die kostbarer sind als die ganze Welt.
— Johannes Bonaventura
Das Brot ernährt dich nicht. Was uns im Brote speist, ist Gottes ew'ges Wort, ist Leben und ist Geist.
— Angelus Silesius