Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 11
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Wer einen Unterschied zwischen Leib und Seele macht, besitzt keines von beiden.
— Oscar Wilde
Neid ist die Angewohnheit, statt der eigenen Glücksgüter die der anderen zu zählen.
— Ernst von Feuchtersleben
Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.
— Dalai Lama
Unsere Wünsche sind wie kleine Kinder: Je mehr man ihnen nachgibt, um so anspruchsvoller werden sie
— Christian Morgenstern
Tausend und Abertausend Ströme fließen in das Meer, aber das Meer ist nie voll; und könnte der Mensch Stein zu Gold verwandeln, sein Herz ist nie zufrieden.
Geld ist die Welt und die Welt ist Geld.
Der Juristentraum vom Himmel : Alle beanspruchen bei der Auferstehung ihr Vermögen, und jeder versucht, es von seinen Vorvätern wiederzuerlangen.
— Samuel Butler
Wenn wir glauben, dass der Himmel unsere Heimat ist, dann sollen wir auch unsere Reichtümer dahin schaffen, statt sie hier zurückzuhalten, wo sie uns bei plötzlichem Aufbruch verlorengehen könnten.
— Johannes Calvin
Man versehe mich mit Luxus, auf alles Notwendige kann ich verzichten.
— Oscar Wilde
Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
— Epikur
Vermögen und Ehre sind die beiden Dinge, deren Verletzung die Menschen am meisten kränkt.
— Nicolaus Machiavelli
Frauen können Not, nicht aber Wohlstand teilen.
Die Armut liesse sich rasch beseitigen, wenn sich die Wohlhabenden dadurch bereichern könnten.
— Emanuel Wertheimer
Wenn wir bewahren wollen, was wir haben, müssen wir vieles ändern
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Geduldige hat allen Reichtum der Welt.
Der Reichtum ist wie der Mist. Angehäuft stinkt er. Über das Land hin verteilt, macht er die Erde fruchtbar.
Für Leute, die nur einen Hammer als Werkzeug haben, ist jedes Problem ein Nagel.
Jeder sehnt sich nun einmal nach dem, was nicht für ihn bestimmt ist.
— Carl Friedrich Paul Ernst
Es ist keine Kunst, ein ehrlicher Mann zu sein, wenn man täglich Suppe, Gemüse und Fleisch zu essen hat.
— Georg Büchner
Der Besitz besitzt. Er macht die Menschen kaum unabhängiger.
— Friedrich Nietzsche