548 Sprüche — Seite 11
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Dein Pferd, dein Weib und dein Schwert leih nicht her.
Ist ein Buch lesenswert, ist es auch wert gekauft zu werden.
— John Ruskin
Es gibt wenige Frauen, welche fähig sind, den Mann um des Genius willen zu lieben. Es ist die Person und der Erfolg, was sie begehren.
— Anselm Feuerbach
Wer Geld besitzt, dem drohen Diebe, er schlummert nie in Sicherheit, viel sichrer schläft die Zärtlichkeit bei Aktien der Liebe.
— Anna Luise Karsch
In der Ehe mag kein Frieden sein, regiert darin das Mein und Dein.
Die Geiz'gen und die Reichen mag man mit dem Meer vergleichen; Wieviel des Wassers geht zum Meer, doch hätt' es Wassers gern noch mehr.
— Bernhard Freidank
Dem die Kuh ist, der nimmt sie beim Schwanz.
Wohlstand ist eine Grundlage, aber kein Leitbild für die Lebensgestaltung. Ihn zu bewahren ist noch schwerer, als ihn zu erwerben.
— Ludwig Erhard
Wer sieben gute Bücher hat, braucht keine Menschen mehr.
— Karl Friedr. Hieronymus Freiherr v. Münchhausen
Kaum hat mal einer ein bissel was, gleich gibt es welche, die ärgert das
— Wilhelm Busch
Das Schicksal kann Reichtümer, doch nicht den Geist rauben.
— Seneca
Manchmal muß man Freunde besuchen, um seine Bücher wiederzusehen.
— William Hazlitt
Danke Gott, dass du geben kannst - und nicht davon abhängig bist, was andere dir geben.
Eine verheiratete Frau darf nicht den Reis von zwei Männern essen.
Ihr gebt nur wenig, wenn ihr von eurem Besitz gebt. Erst wenn ihr von euch selber gebt, gebt ihr wahrhaft.
— Khalil Gibran
Unsere Wünsche sind wie kleine Kinder: Je mehr man ihnen nachgibt, um so anspruchsvoller werden sie
— Christian Morgenstern
Tausend und Abertausend Ströme fließen in das Meer, aber das Meer ist nie voll; und könnte der Mensch Stein zu Gold verwandeln, sein Herz ist nie zufrieden.
Neid ist die Angewohnheit, statt der eigenen Glücksgüter die der anderen zu zählen.
— Ernst von Feuchtersleben
Wer einen Unterschied zwischen Leib und Seele macht, besitzt keines von beiden.
— Oscar Wilde
Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.
— Dalai Lama