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Sprüche über Besitz

707 Sprüche — Seite 16

Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.

Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.

  1. Die Blumen des eigenen Gartens duften nicht so stark wie die wilden Blumen. Dafür halten sie länger.

  2. Wo Geld vorangeht, da stehn alle Wege offen.

  3. Leute, die sich stets um ihre Gesundheit sorgen, sind wie Geizhälse die Schätze horten und nie den Geist aufbringen, sich daran zu erfreuen.

    Laurence Sterne

  4. Dieselbe Gabe, die einem Mann befähigt Millionen zu erwerben, hindern ihn, sie zu genießen.

    Antoine de Rivarol

  5. Geld schwor einen Eid, dass niemand es haben sollte, der es nicht liebte.

  6. Arme haben die Kinder, Reiche die Rinder.

  7. Einer hat's, der andere hat's gehabt, der Dritte hätte es gern.

  8. Wenn du mit den Früchten deines Baumes Ball spielst, wird er im nächsten Jahr keine tragen.

  9. Reich sind die, die wahre Freunde haben.

    Thomas Fuller

  10. Es gibt jene, die wenig besitzen und alles geben. Das sind diejenigen, die an das Leben und den Überfluss des Lebens glauben, und ihre Hilfsquellen versiegen nie.

    Khalil Gibran

  11. Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, ist relativ unbedeutend, verglichen mit dem, was in uns liegt.

    Oliver Wendell Holmes

  12. Vier eigene Wände machen einen Menschen frei.

  13. Wer von seinem Vater einen Hügel geerbt hat, sollte ihn erklimmen.

  14. Der Besitz der Wahrheit ist nicht schrecklich, sondern langweilig, wie jeder Besitz.

    Friedrich Nietzsche

  15. Die Gegenwart ist die einzige Zeit, die uns wirklich gehört.

    Blaise Pascal

  16. Der hat ein schweres Los, der mit einer silbernen Reisschale betteln muss

  17. Wie wenig irdischen Besitz man auch hat, der Mensch soll doch nicht mit seinem Herzen an ihm hängen.

    Mechthild von Magdeburg

  18. Gott hat mir's gegeben, und der Teufel soll es mir nicht nehmen.

  19. Ein Bücherschatz ist wie ein geistiger Baum, der Bestand hat und seine köstlichen Früchte spendet von Jahr zu Jahr, von Geschlecht zu Geschlecht.

    Thomas Carlyle

  20. Die Kunst gehört keinem Lande an, sie stammt vom Himmel

    Michelangelo