Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 16
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Die Blumen des eigenen Gartens duften nicht so stark wie die wilden Blumen. Dafür halten sie länger.
Vier eigene Wände machen einen Menschen frei.
Es gibt jene, die wenig besitzen und alles geben. Das sind diejenigen, die an das Leben und den Überfluss des Lebens glauben, und ihre Hilfsquellen versiegen nie.
— Khalil Gibran
Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, ist relativ unbedeutend, verglichen mit dem, was in uns liegt.
— Oliver Wendell Holmes
Reich sind die, die wahre Freunde haben.
— Thomas Fuller
Geld schwor einen Eid, dass niemand es haben sollte, der es nicht liebte.
Dieselbe Gabe, die einem Mann befähigt Millionen zu erwerben, hindern ihn, sie zu genießen.
— Antoine de Rivarol
Es ist gar nicht auszusprechen, wie schätzenswert es ist, etwas sein Eigen nennen zu dürfen.
— Aristoteles
Leute, die sich stets um ihre Gesundheit sorgen, sind wie Geizhälse die Schätze horten und nie den Geist aufbringen, sich daran zu erfreuen.
— Laurence Sterne
Wo Geld vorangeht, da stehn alle Wege offen.
Arme haben die Kinder, Reiche die Rinder.
Einer hat's, der andere hat's gehabt, der Dritte hätte es gern.
Wenn du mit den Früchten deines Baumes Ball spielst, wird er im nächsten Jahr keine tragen.
Wer von seinem Vater einen Hügel geerbt hat, sollte ihn erklimmen.
Der Besitz der Wahrheit ist nicht schrecklich, sondern langweilig, wie jeder Besitz.
— Friedrich Nietzsche
Die Gegenwart ist die einzige Zeit, die uns wirklich gehört.
— Blaise Pascal
Gott hat mir's gegeben, und der Teufel soll es mir nicht nehmen.
Die Kunst gehört keinem Lande an, sie stammt vom Himmel
— Michelangelo
Wie wenig irdischen Besitz man auch hat, der Mensch soll doch nicht mit seinem Herzen an ihm hängen.
— Mechthild von Magdeburg
Kinder hast du nicht, du bekommst sie nur für eine gewisse Zeit geborgt. Und diese Zeit kann sehr lang werden
— Pearl S. Buck