548 Sprüche — Seite 33
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Geld im Beutel vertreibt die Schwermut.
Wer kein Geld hat, dem entfällt keine Münze.
Wer kein Geld hat, dem fällt es nicht durch die Finger.
Wer kein Geld hat, braucht nicht zu Markt zu gehen.
Für Geld kann man den Teufel tanzen sehen.
Man muss dem Gelde gebieten, nicht gehorchen.
Wer nach Geld heiratet, verliert seine Freiheit.
Ist das Geld die Braut, so taugt die Ehe selten was.
Geld hat einen feigen Hals.
Geld hat manchen an den Galgen gebracht.
Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient ist.
Man muss das Geld von den Leuten nehmen, von den Bäumen schütteln kann man es nicht.
Schlechtes Geld kommt immer wieder.
Es ist alle Tage gut Geld annehmen.
Bei Geld ist gut wohnen.
Wer Geld in der Tasche hat, braucht keinen Staat zu machen.
Geliehen Geld soll man lachend bezahlen.
Sein Geld ist so dumm wie er.
Er hat Geld wie Heu, nur nicht so lang.
Man kann sich doch kein Geld aus den Rippen schneiden.