548 Sprüche — Seite 3
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Dem wachsenden Geld folgt die Sorge.
— Horaz
Viele Menschen verachten den Reichtum, aber wenige sind stark genug, darauf zu verzichten
— François de la Rochefoucauld
Besitzest Du wirklich etwas Gutes, so glaube von anderen Besseres, damit Du Demut bewahrst.
— Thomas à Kempis
Was soll Geld, das nicht wandert durch die Welt?
Geld will einen guten Vormund haben.
Besser ein Mann ohne Geld als Geld ohne Mann.
Geld erklärt den Text und die Glosse.
Zum Reichtum führen viele Wege, und die meisten von ihnen sind schmutzig.
— Marcus Tullius Cicero
Magst du auch aus dem Meer schöpfen, du bekommst doch nur so viel, als dein Krug fassen will.
Vertrauen ist für alle Unternehmungen das größte Betriebskapital ohne welches kein nützliches Werk auskommen kann. Es schafft auf allen Gebieten die Bedingungen gedeihlichen Geschehens.
— Albert Schweitzer
Alles ist fremdes Eigentum, nur die Zeit ist unser. Nur diese eine vergängliche und flüchtige Sache hat uns die Natur gegeben, und dennoch vertreibt uns daraus, wer will.
— Seneca
Jedem Vorgang unsers Lebens gehört nur auf einen Augenblick das "Ist"; sodann für immer das "War".
— Arthur Schopenhauer
Das Höchste, was der Mensch besitzen kann, ist jene Ruhe, jene Heiterkeit, jener innere Friede, die durch keine Leidenschaft beunruhigt werden kann.
— Immanuel Kant
Freunde zu haben, bedeutet reich zu sein.
Ich hab etwas gegen Millionäre - aber wenn ich die Chance hätte, einer zu werden, könnte ich für nichts garantieren.
— Mark Twain
Das Leben und dazu eine Katze - das ergibt eine unglaubliche Summe.
— Victor-Marie Hugo
Geld, das stumm ist, macht recht, was krumm ist.
Je teurer die Uhr ist, die jemand trägt, desto weniger Zeit hat er.
— Josef Bordat
Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.
— Gustav Walter Heinemann
Wenn du auch zehntausend Felder hast, kannst du nur ein Maß Reis am Tage essen; wenn auch dein Haus tausend Zimmer enthält, kannst du nur acht Fuß Raum brauchen bei Nacht.