Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 3
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Der Faule denkt, Hände und Füße wären ihm geliehen.
Die Wahrheit ist eine scheue Geliebte, man besitzt sie niemals ganz.
— Hermann Bahr
Alles ist fremdes Eigentum, nur die Zeit ist unser. Nur diese eine vergängliche und flüchtige Sache hat uns die Natur gegeben, und dennoch vertreibt uns daraus, wer will.
— Seneca
Vertrauen ist für alle Unternehmungen das größte Betriebskapital ohne welches kein nützliches Werk auskommen kann. Es schafft auf allen Gebieten die Bedingungen gedeihlichen Geschehens.
— Albert Schweitzer
Zum Reichtum führen viele Wege, und die meisten von ihnen sind schmutzig.
— Marcus Tullius Cicero
Magst du auch aus dem Meer schöpfen, du bekommst doch nur so viel, als dein Krug fassen will.
Das Höchste, was der Mensch besitzen kann, ist jene Ruhe, jene Heiterkeit, jener innere Friede, die durch keine Leidenschaft beunruhigt werden kann.
— Immanuel Kant
Jedem Vorgang unsers Lebens gehört nur auf einen Augenblick das "Ist"; sodann für immer das "War".
— Arthur Schopenhauer
Freunde zu haben, bedeutet reich zu sein.
Das Leben und dazu eine Katze - das ergibt eine unglaubliche Summe.
— Victor-Marie Hugo
Ich hab etwas gegen Millionäre - aber wenn ich die Chance hätte, einer zu werden, könnte ich für nichts garantieren.
— Mark Twain
Je teurer die Uhr ist, die jemand trägt, desto weniger Zeit hat er.
— Josef Bordat
Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.
— Gustav Walter Heinemann
Geld, das stumm ist, macht recht, was krumm ist.
Wenn du auch zehntausend Felder hast, kannst du nur ein Maß Reis am Tage essen; wenn auch dein Haus tausend Zimmer enthält, kannst du nur acht Fuß Raum brauchen bei Nacht.
Geld regiert die Welt.
Schenken heisst, einem anderen etwas geben, was man am liebsten selbst behalten möchte.
— Selma Lagerlöf
Wohlstand ist, wenn man mit Geld, das man nicht hat, Dinge kauft, die man nicht braucht, um damit Leute zu beeindrucken, die man nicht mag.
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Reichtum besteht nicht im Besitz von Vermögen, sondern in der Anwendung, die man davon zu machen versteht.
— Napoleon
Es bleibt einem im Leben nur das, was man verschenkt hat