Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 20
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Bildung ist ein unentreißbarer Besitz
— Menander
Wer Geld und keine Kinder hat, der ist nicht wirklich reich , wer Kinder und kein Geld hat, der ist nicht wirklich arm .
Geld ist der größte Held.
Genug zu haben,ist Glück, mehr als genug zu haben, ist unheilvoll. Das gilt von allen Dingen, aber besonders vom Geld.
— Laotse
Geld im Säckel duzt den Wirt.
Wer dein Haus zur Ruine macht, möchte sicherlich, dass du den Himmel siehst
— Robert Louis Stevenson
Nur was ich selbst hervorgebracht und immer wieder aufs Neue mir erwerbe, ist für mich Besitz.
— Friedrich Schleiermacher
Wenn du aber gar nichts hast, ach, so lasse dich begraben, denn ein Recht zum Leben', Lump, haben nur, die etwas haben.
— Christian Johann Heinrich Heine
Was wir ausgaben, hatten wir, was wir verließen, verloren wir, was wir gaben, haben wir.
Nur was wir ersehnen, ist unser Eigentum. Was wir besitzen, haben wir schon verloren.
— Karl Gustav Adolf von Harnack
Jeder will ein Stückchen Land, braucht nicht viel zu sein. Bloß so viel, dass man was Eigenes hat.
— John Steinbeck
Die Welt gehört, wie die Frauen, dem, der sie verführt, genießt und mit Füßen tritt.
— Giacomo Leopardi
Ich hab' nicht viel hienieden, Ich hab' nicht Geld noch Gut; Was vielen nicht beschieden, Ist mein: - der frische Mut.
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Kein Eigentümer schuf die Natur, denn taschenlos, ohne Taschen in den Pelzen, kommen wir zur Welt.
— Christian Johann Heinrich Heine
Dein ist nichts als die Stunde, in der du lebst.
Die Kultur der Menschheit besitzt nichts Ehrwürdigeres als das Buch, nichts Wunderbareres und nichts, das wichtiger wäre.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Wir unterschätzen das, was wir haben, und überschätzen das, was wir sind.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Geld schweigt nicht, wo es ist.
Geld führt den Krieg.
Geld genommen, um Freiheit gekommen.