Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 22
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern.
— Julius Caesar
Eine Sache, welche vielen gehört, wird schlechter verwaltet als eine Sache, die einem Einzelnen gehört
— Aristoteles
Ein Fußgänger ist ein Mann, der Frau und Tochter, aber nur zwei Autos hat
Der Besitz wird durch das Besitzen meistens geringer.
— Friedrich Nietzsche
Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muss lange Stiefel haben. Habt ihr welche? Habe ich welche? Ach meine Lieben! Lasset uns mit den Köpfen schütteln!
— Wilhelm Busch
Hätt' ich Geld, ich wäre fromm genug.
Für Geheimnis und anvertrautes Gut gelten die gleichen Regeln.
— Nicolas Chamfort
Die Aktiengesellschaft ist eine raffinierte Einrichtung zur persönlichen Bereicherung ohne persönliche Verantwortung.
— Ambrose Bierce
Das Vermögen soll durch Mittel erworben werden, die von Unsittlichkeit frei sind. Erhalten aber soll man es durch Genauigkeit und Sparsamkeit.
— Marcus Tullius Cicero
Was nicht griffbereit ist, was man nicht nachts um zwei Uhr finden kann, das besitzt man nicht.
— Kurt Tucholsky
Alles, was Ihr habt, wird eines Tages gegeben werden; daher gebt es jetzt, dass die Zeit des Gebens Eure ist und nicht die Eurer Erben.
— Khalil Gibran
Deine Kinder sind nicht deine Kinder, sie kommen durch dich, aber nicht von dir, sie sind bei dir, aber sie gehören dir nicht.
— Khalil Gibran
Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht.
— Jean Paul
Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag; sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigene Sprache.
— Georg Büchner
Was der Sozialismus will, ist nicht Eigentum aufheben, sondern im Gegenteil individuelles Eigentum, auf Arbeit gegründetes Eigentum erst einführen.
— Ferdinand Lassalle
Eigen Haus und Herd und Kind, Machen auch das Leid gelind.
— Felix Dahn
Mensch: ein Tier, das Geschäfte macht; kein anderes Tier tut dies - kein Hund tauscht Knochen mit einem anderen.
— Adam Smith
Gute Nacht, Tugend: hab ich Geld, so bin ich lieb.
Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen ausgeben, wenn er reich werden will, sogar nur ein Drittel.
— Francis Bacon
Den Acker und die Frau gib an niemand weiter.