Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 14
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Wer kein Geld hat, muss mit der Haut bezahlen.
So nah sich Brüder sind, Besitz und Vorteil halten sie auseinander.
Es gibt Dinge, die jeder leicht haben kann, er muß sich nur danach bücken
— Adalbert Stifter
Was hilft das Geld in der Kiste, wenn der Teufel den Schlüssel dazu hat?
Geh zu deines reichen Freundes Haus, wenn du gerufen bist! Zu des armen Freundes Haus geh ungerufen!
Muße ist der schönste Besitz von allen.
Die Menschen gebrauchen im allgemeinen nur einen kleinen Teil der Macht, die sie besitzen.
— William James
Wer nichts verlangt, hat alles. Wer alles tut verlangen, der hat in Wahrheit noch nicht einen Stiel empfangen.
— Angelus Silesius
Es ist nun einmal so, dass man immer dem glaubt, der Gutes verspricht. Daher kommt es auch, dass man den Ärzten so viel Vertrauen schenkt und dass man oft, indem man ihnen glaubt, die eigene Habe verl …
— Nicolaus Machiavelli
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Miss deinen Besitz nach seinem Wert — und du bist arm. Miss ihn an dem, was er dir bedeutet — und du bist reich.
— Else Pannek
Irgendeinen Gegenstand pflegt jeder Mensch zu haben, den er überschätzt und überschätzt sehen will.
— Adolph Freiherr von Knigge
Das höchste Gut ist die seelische Harmonie mit sich selbst
— Seneca
Der Philosoph wie der Hausbesitzer hat immer Reparaturen.
— Wilhelm Busch
Streben, seine Wünsche nach Besitz zu befriedigen, heißt Feuer mit Stroh löschen.
Ohne Freunde möchte niemand leben, auch wenn er alle übrigen Güter besäße.
— Aristoteles
Für beides danken: Für das, was wir haben, und für das, was wir nicht brauchen
Ein Nachbar ist ein Mensch, der die geliehene Schneeschaufel zurückbringt, wenn er sich den Rasenmäher ausleiht
Wahrheit ist unser kostbarster Besitz. Laßt uns sparsam mit ihr umgehen.
— Mark Twain
Zart ist der Faden der Freundschaft, doch unzertrennlich wie jede Kette, die Himmel und Meer und die Gestirne umschlingt, aber auch dehnbar wie Gold, er windet in lieblichen Knoten selbst um die Freun …
— Novalis