Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 5
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Glück ist die Haltestation zwischen zu wenig und zu viel
Es ist nirgendwo untersagt, zu lachen oder sich zu sättigen oder neue Besitztümer mit dem alten, ererbten zu verbinden oder zum Klang der Musik sich zu erfreuen oder Wein zu trinken.
— Johannes Calvin
Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.
— Winston Churchill
Gottes Schutz scheint uns entbehrlich, solange wir ihn besitzen.
— Antonius von Padua
Einzig um zu Besitz zu kommen bringt sich der Mensch durch Arbeit ins Grab
— Oscar Wilde
Je mehr ein Reicher und ein Aschenbecher ansammeln, desto schmutziger werden sie.
Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege. Der eine ist die Liebe, der zweite ist die Genügsamkeit, der dritte ist die Demut.
— Laotse
Ich sehe überall mehr Streben nach Besitz, der imponiert, als nach Besitz, der unabhängig macht.
— Otto Weiss
Ein andrer halt' auf Geld und Gut; ich liebe Kunst und freien Mut.
— Simon Dach
Hunde haben ein Herrchen oder Frauchen, Katzen haben Personal
Menschen sind wie Grundstücke: Manchmal ist eine Goldader darin, und der Besitzer weiß es nicht.
— Jonathan Swift
Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt.
— Otto von Bismarck
Zeit ist Geld und Geld ist Macht. Doch keiner auf der Welt, das sei stets bedacht, hat’s mit Geld und Macht jemals zu mehr Zeit gebracht.
— Josef Bordat
Die Zukunft gehört keinem
Geld fährt auf hohen Schlitten, Armut muss zu Fuße gehn.
Wer besitzt, der lerne verlieren, wer im Glück ist, lerne Schmerz.
— Friedrich von Schiller
Kapitalbildung muss durch Eigeninteresse angetrieben werden, man kann Vermögen nicht mit Wohlwollen anlocken.
— Walter Bagehot
Je mehr du besitzen willst, desto weniger hast du.
— Else Pannek
Die Gedanken eines Menschen sind sein Königreich.
Der Weise legt sich keinen Schatz zurück. Je mehr er gibt, desto mehr hat er.