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Sprüche über Besitz

707 Sprüche — Seite 27

Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.

Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.

  1. Pfennigsalbe schmiert wohl zu Hofe.

  2. Wenn der Pfennig läutet, läuft jedermann zur Kirche.

  3. E i n Pfennig klingt nicht.

  4. Ein guter Hausvater muss drei Pfennige haben: einen Ehrenpfennig,Zehrpfennig und Notpfennig.

  5. An einem Pfennig sieht man, wie ein Gulden gemünzt ist.

  6. Was den Raben gehört, ertrinkt nicht.

  7. Laß mir den Vogel und behalt du die Federn.

  8. Was nicht am Vogel ist, das ist an den Federn.

  9. Geist ist in sich, und was er wahrnimmt, was er aufnimmt, das ist seine eigene Richtung, sein Vermögen.

    Bettina von Arnim

  10. Aller Fortschritt beruht auf dem allgemeinen inneren Wunsch eines jeden Organismus, über sein Einkommen hinaus zu leben.

    Samuel Butler

  11. Ach, mein liebes Geld. Mein liebes Geld, mein bester Freund! Man hat dich mir gestohlen. Meine Stütze habe ich verloren, mein Trost und meine Freude.

    Jean-Baptiste Molière

  12. Wer etwas zu verkaufen hat, gilt nicht als arm.

  13. Taste aber nur einer das Eigentum an, und der Mensch mit seinen Leidenschaften wird sogleich da sein

    Johann Wolfgang von Goethe

  14. Zuviel ist bitter, und wenn es lauter Honig wäre.

  15. Eine schöne Jungfrau trägt ihr Heiratsgut im Angesicht

    Christoph Lehmann

  16. Nur wer im Wohlstand lebt, schimpft auf ihn.

    Ludwig Marcuse

  17. Ich habe was zu sinnen, ich hab, was mich beglückt, in allen meinen Sinnen bin ich von ihr entzückt.

    Achim von Arnim

  18. Man mag über Naturschönheiten die Achseln zucken, es ist doch herrlich für ein Volk, ein schönes Land zu besitzen, wenn es auch arm ist.

    Fridtjof Nansen

  19. Was ich besessen, bleibt unvergessen, macht schön das Erinnern, macht tragbar das Leid.

  20. Manche Leute haben nichts weiter von ihrem Vermögen, als die Furcht es zu verlieren.

    Antoine de Rivarol