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Sprüche über Besitz

707 Sprüche — Seite 2

Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.

Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.

  1. Der Name oder die Person: Was ist wichtiger ? Die Person oder der Besitz: Was ist mehr ? Gewinnen oder verlieren: Was ist schlimmer ?

    Laotse

  2. Ein gutes Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche mit sich trägt.

  3. Ehe man sehnsüchtig etwas wünscht, sollte man das Glück dessen prüfen, der es besitzt.

    François de la Rochefoucauld

  4. Der Wunsch nach etwas ist letzten Endes ein Streben danach, es zu besitzen. Darum stirbt der Wunsch von selbst, wenn er erfüllt ist.

    José Ortega y Gasset

  5. Den Reichtum eines Menschen misst man an den Dingen, die er entbehren kann, ohne seine gute Laune zu verlieren

    Henry David Thoreau

  6. Sei gewiß, dass nichts dein Eigentum sei, was du nicht inwendig in dir hast.

    Matthias Claudius

  7. Du kannst sehen, wo der Regenbogen die Erde berührt, aber bis Du dort eintriffst, ist er weitergezogen. Wer könnte den Regenbogen besitzen?

  8. Glück ist so federleicht, nie wird´s gefangen. Unglück so erdenschwer, nie wird´s umgangen.

    Konfuzius

  9. Jedem Erfinder gehört die Erfindung, jedem Finder gehört der Finderlohn. Nur der Entdecker einer Wahrheit geht leer aus. Sobald er sie entdeckt hat gehört sie allen oder keinem

    Jean-Paul Sartre

  10. Die Wahrheit ist eine scheue Geliebte, man besitzt sie niemals ganz.

    Hermann Bahr

  11. Der Faule denkt, Hände und Füße wären ihm geliehen.

  12. Der Mensch hat am Menschen kein Eigentumsrecht, noch eine Generation an der nachfolgenden.

    Thomas Paine

  13. Ein jeder ist soviel wert, als die Dinge wert sind, um die es ihm ernst ist.

    Mark Aurel

  14. Geld erklärt den Text und die Glosse.

  15. Geld will einen guten Vormund haben.

  16. Was soll Geld, das nicht wandert durch die Welt?

  17. Mach Freundschaft mit eines Menschen Güte, nicht mit seinem Gut

  18. Dem wachsenden Geld folgt die Sorge.

    Horaz

  19. Viele Menschen verachten den Reichtum, aber wenige sind stark genug, darauf zu verzichten

    François de la Rochefoucauld

  20. Besitzest Du wirklich etwas Gutes, so glaube von anderen Besseres, damit Du Demut bewahrst.

    Thomas à Kempis