548 Sprüche — Seite 2
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Nur die Weisen sind im Besitz von Ideen... Die meisten Menschen sind von Ideen besessen
— Samuel Taylor Coleridge
Es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das Besitzen, sondern das Erwerben, nicht das Dasein, sondern das Hinkommen, was den größten Genuß gewährt.
— Carl Friedrich Gauß
Es ist gleich, ob du Geld hast oder nicht; wenn du kein Geld hast, hast du unrecht.
Der Wunsch nach etwas ist letzten Endes ein Streben danach, es zu besitzen. Darum stirbt der Wunsch von selbst, wenn er erfüllt ist.
— José Ortega y Gasset
Ein gutes Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche mit sich trägt.
Der Name oder die Person: Was ist wichtiger ? Die Person oder der Besitz: Was ist mehr ? Gewinnen oder verlieren: Was ist schlimmer ?
— Laotse
Ehe man sehnsüchtig etwas wünscht, sollte man das Glück dessen prüfen, der es besitzt.
— François de la Rochefoucauld
Den Reichtum eines Menschen misst man an den Dingen, die er entbehren kann, ohne seine gute Laune zu verlieren
— Henry David Thoreau
Du kannst sehen, wo der Regenbogen die Erde berührt, aber bis Du dort eintriffst, ist er weitergezogen. Wer könnte den Regenbogen besitzen?
Sei gewiß, dass nichts dein Eigentum sei, was du nicht inwendig in dir hast.
— Matthias Claudius
Die Menschen vergessen schneller den Tod ihres Vaters als den Verlust des Erbes.
— Nicolaus Machiavelli
Glück ist so federleicht, nie wird´s gefangen. Unglück so erdenschwer, nie wird´s umgangen.
— Konfuzius
Was soll Geld, das nicht wandert durch die Welt?
Ein jeder ist soviel wert, als die Dinge wert sind, um die es ihm ernst ist.
— Mark Aurel
Nützen wir den kurzen Tag, der uns gehört. Der nächste bringe dann, was er bringen mag.
— Horaz
Der Mensch hat am Menschen kein Eigentumsrecht, noch eine Generation an der nachfolgenden.
— Thomas Paine
Besser ein Mann ohne Geld als Geld ohne Mann.
Mach Freundschaft mit eines Menschen Güte, nicht mit seinem Gut
Viele Menschen verachten den Reichtum, aber wenige sind stark genug, darauf zu verzichten
— François de la Rochefoucauld
Vier Säulen stützen den Tempel der irdischen Glückseeligkeit: Gesundheit, Gemütsruhe, Wohlstand und Freundschaft
— Francis Bacon