548 Sprüche — Seite 6
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Die Gottheit wohnt im Staube, während der Teufel Auto fährt und in vergoldeten Häusern Champagner trinkt.
— John Knittel
Kommt den Bürgern nie das Gefühl, dass Staat, Geld, Arbeit, Religion, Regierung, Ersparnisse, Wirtschaft keinen Pfifferling wert sind, wenn sie nicht die Mittel zu einem großen Endzweck sind?
— John Knittel
Der Reiche ist entweder selbst ein Gauner oder der Erbe eines Gauners.
— Hieronymus
Hunde haben ein Herrchen oder Frauchen, Katzen haben Personal
Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr.
— Henry George Bohn
Die Zukunft gehört keinem
Menschen sind wie Grundstücke: Manchmal ist eine Goldader darin, und der Besitzer weiß es nicht.
— Jonathan Swift
Zeit ist Geld und Geld ist Macht. Doch keiner auf der Welt, das sei stets bedacht, hat’s mit Geld und Macht jemals zu mehr Zeit gebracht.
— Josef Bordat
Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt.
— Otto von Bismarck
Es hängt kein Geldsack hundert Jahr vor der Tür, aber auch kein Bettelsack.
Ein Gewehr ist viel wert, aber man kann nicht darauf sitzen
Der Mensch rechnet immer das, was ihm fehlt, dem Schicksal doppelt so hoch an als das, was er besitzt.
— Gottfried Keller
Geld fährt auf hohen Schlitten, Armut muss zu Fuße gehn.
Wer besitzt, der lerne verlieren, wer im Glück ist, lerne Schmerz.
— Friedrich von Schiller
Die Gedanken eines Menschen sind sein Königreich.
Nehmen füllt die Hände. Geben füllt das Herz.
— Margarete Seemann
Ich sehe überall mehr Streben nach Besitz, der imponiert, als nach Besitz, der unabhängig macht.
— Otto Weiss
Eine Frau, ein Gewehr und einen Gaul darf man nicht ausleihen.
— Napoleon
Nicht vom Geben, sondern vom Behalten werden wir krank.
— Antoine de Saint-Exupéry
Eifersucht ist in gewisser Hinsicht gerecht und vernünftig, da sie nur den Besitz wahren will, der unser ist oder zu sein scheint, Neid dagegen ist Eifern über den Besitz anderer.
— François de la Rochefoucauld